{"id":1823,"date":"2017-11-17T13:06:10","date_gmt":"2017-11-17T11:06:10","guid":{"rendered":"http:\/\/podcampus.phwien.ac.at\/digimed\/?p=1823"},"modified":"2017-11-17T13:06:10","modified_gmt":"2017-11-17T11:06:10","slug":"rezension-der-broschuere-sex-und-gewalt-in-medien","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/digimed.phwien.ac.at\/?p=1823","title":{"rendered":"Rezension der Brosch\u00fcre &#8222;Sex und Gewalt in Medien&#8220;"},"content":{"rendered":"<p>Ich entschied mich f\u00fcr den Flyer \u201eSex und Gewalt in Medien\u201c, welcher ein gro\u00dfes Spektrum an Informationen bietet. Zus\u00e4tzlich habe ich mich im Vorfeld \u00fcber dieses Thema auf der Website informiert. Der Themenbereich ist sch\u00f6n gegliedert, angefangen \u00fcber die Ursachen, warum sich Kinder und Jugendliche \u00fcberhaupt Pornos im Internet ansehen, \u00fcber die gesetzlichen Richtlinien, bez\u00fcglich Kinder- und Jugendschutz von digitalen Inhalten, bis hin zur Fragestellung, ob Lehrpersonen den Kindern die Handys wegnehmen d\u00fcrfen. Sehr interessant und auch f\u00fcr meinen beruflichen Werdegang von gro\u00dfer Bedeutung, fand ich den Artikel mit dem Thema \u201eWarum soll sich die Schule mit Mediengewalt besch\u00e4ftigen?<\/p>\n<p>In diesem Abschnitt wird auf einige wichtige Begriffe wie Cyber-Mobbing oder Sexting eingegangen. Eine genauere Begriffserkl\u00e4rung findet man im Anhang zu dem angef\u00fchrten Thema. Sehr stark betont wird die Wichtigkeit von Pr\u00e4vention, wenn es um mediale Gewalt geht. Und dies funktioniert nur mit gut angeleiteter Aufkl\u00e4rung von Beginn an. Wie im Artikel erw\u00e4hnt, steht die Nutzung von digitaler Medien in den meisten Lehrpl\u00e4nen und auch im Alltag sind diese bereits Gang und Gebe. Demnach ist die Integration von Medien unausweichlich \u2013 ein verantwortungsvoller Umgang geh\u00f6rt meines Erachtens zu den zu unterrichtenden Grundkompetenzen. Was alles Gewalt ist, wann ich mich unwohl f\u00fchle, welche Kommentare unangebracht sind, welche Fotos oder Videos ich lieber nicht ver\u00f6ffentlichen sollte, sind Fragestellungen die nur mit einer gewissen Selbstreflexion beantwortet werden k\u00f6nnen. Wenn es um das Thema Mediengewalt geht, gibt es keine fixen Regeln \u2013 es ist oft eine intuitive Entscheidung, eine pers\u00f6nliche Einsch\u00e4tzung, und genau dies geh\u00f6rt geschult.<br \/>\nDazu passend wird im Artikel darauf eingegangen, welche Inhalte f\u00fcr Jugendliche und Kinder gesetzlich verboten sind. Das Jugendschutzgesetz variiert auf Bundeslandebene, jene Bedingungen gelten aber \u00fcberall: \u201eDie Weitergabe von z.B.\u00a0pornografischen, nationalsozialistischen oder gewaltverherrlichenden Inhalten\u00a0an Jugendliche ist verboten\u00a0 und Jugendliche solche Inhalte auch nicht besitzen d\u00fcrfen.\u201c<br \/>\nF\u00fcr mich war dieser Satz sehr interessant, denn als angehende Lehrperson bedeutet das, dass ich Medienger\u00e4te konfiszieren m\u00fcsste, sobald der Verdacht aufkommt, dass sich darauf Videos oder Fotos befinden, die in irgendeiner Weise unter das Jugendschutzgesetz fallen.<br \/>\nNun aber zum eigentlichen Flyer:<\/p>\n<p>Zu Beginn wird erw\u00e4hnt, dass es sich bei \u201emedialer Gewalt\u201c um viele Ereignisse handeln kann, nicht nur um sexuelle. Die Wahrnehmung von Gewalt ist zudem immer subjektiv, sodass keine klaren Grenzen gezogen werden k\u00f6nnen. Pr\u00e4vention ist hierzu wieder ein wichtiges Stichwort: Die Schule und der Unterricht hat die Aufgabe, Sch\u00fcler und Sch\u00fclerinnen zu sensibilisieren, etwaige Opfer zu sch\u00fctzen und zu st\u00e4rken und T\u00e4ter die Tatsache von Konsequenzen ihres Verhaltens aufzuzeigen.<br \/>\nMediengewalt ist also von passiver als auch von aktiver Natur. Mobbing jeglicher Art kann auch offline stattfinden.<br \/>\nEine grundlegende Ver\u00e4nderung die in den letzten Jahren stattgefunden hat, ist die dauernde Verf\u00fcgung von gewaltverherrlichenden Videos. Vor dem Zeitalter des Internets waren Fernsehsendungen und \u00e4hnliches an die Sendezeiten angepasst, sodass gewaltt\u00e4tige Inhalte erst zu sp\u00e4ter Stunde ausgestrahlt wurden. Mittlerweile kann man all diese Serien jederzeit streamen und weitergeleitet. Gerade \u00fcber soziale Netzwerke wie Facebook lassen sich kurze Videoausschnitte rasant schnell verbreiten.<br \/>\nIn dem Artikel wird Gewalt unterteilt in:<\/p>\n<ul>\n<li>witzige Gewalt, beispielsweise Comics<\/li>\n<li>echte, extrem brutale Gewalt, realistische Szenen wie Mord, Hinrichtungen, K\u00e4mpfe, \u2026<\/li>\n<li>nachgespielte, gestellte Gewalt, wie in Stunts oder Wrestling<\/li>\n<li>gewalthaltige Musikvideos und Songtexte, hier wird meistens Gewalt nur angedeutet<\/li>\n<li>Horrorfilme, Faszination am \u201eThrill\u201c<\/li>\n<li>Pornografie, mittlerweile Alltag bei der Jugend<\/li>\n<\/ul>\n<p>Das Produzieren und Aus\u00fcben von Gewalt wird auf den Themengebieten \u201eCybermobbing\u201c und grunds\u00e4tzlicher Bel\u00e4stigung im Internet bearbeitet. Dazu geh\u00f6ren auch anz\u00fcgliche Werbungsschaltungen oder Spam.<br \/>\nDem Bereich Cybermobbing wird eigens eine weitere Brosch\u00fcre gewidmet, weswegen ich hier nur kurz auf die Eckdaten eingehen m\u00f6chte:<br \/>\nCybermobbing kann rund um die Uhr stattfinden, erreicht gro\u00dfes Publikum, wird von anonymen T\u00e4tern betrieben, f\u00fchrt zu einer Verschmelzung von T\u00e4ter und Opfer.<br \/>\nDazu passend auch der Begriff des \u201eHappy Slapping\u201c welcher handgreifliche Auseinandersetzungen zwischen Jugendlichen beschreibt, oft auch in gefilmter Variante.<br \/>\nDer Begriff \u201eSexting\u201c inkludiert das Schreiben und das Senden von Nacktfotos und anz\u00fcglichen Texten.<br \/>\nDer gro\u00dfe Risikofaktor von medialer Gewalt ist der weitstreute Radius welcher beinhaltet, dass einmal gesendete Dateien quasi nicht mehr vollkommen aus dem Internet gel\u00f6scht werden k\u00f6nnen. So sind Opfer auch Jahre sp\u00e4ter immer noch in ihrer Rolle.<br \/>\nDer Begriff \u201eGrooming\u201c beschreibt die Aufforderung von intimen Informationen oder Fotos von Unbekannten. Auch sexuelle Anspielungen fallen unter \u201eGrooming\u201c.<\/p>\n<p><strong>Demographische Faktoren:<\/strong><br \/>\nGeschlecht: M\u00e4dchen werden eher Opfer von Grooming und sexueller Bel\u00e4stigung im Internet als Burschen.<br \/>\nAlter: Teenager sind eher betroffen als j\u00fcngere Kinder.<br \/>\nBildungsgrad: M\u00e4dchen mit einer geringeren Bildung werden eher Opfer.<br \/>\nSexuelle Orientierung: Jugendliche, die sich als homosexuell oder mit einer unklaren sexuellen Orientierung zeigen, werden eher Opfer.<\/p>\n<p>Wie k\u00f6nnen Kinder und Jugendliche nun bei \u201eGrooming\u201c-Situationen gest\u00e4rkt und unterst\u00fctzt werden? Unentbehrlich ist grundlegende Aufkl\u00e4rung und Sensibilisierung \u00fcber dieses Thema. Das \u201eNein-Sagen\u201c und Widerstand zeigen geh\u00f6rt trainiert. Pers\u00f6nlichkeitsst\u00e4rkung der Sch\u00fcler und Sch\u00fclerinnen fallen auch zu Aufgaben, die ich als Lehrperson zu erf\u00fcllen habe: St\u00e4rkung des sozialen Zusammenhalts, St\u00e4rkung des Selbstwertgef\u00fchls, St\u00e4rkung des Selbstbewusstsein, Aufzeigung von Hilfestellungen.<br \/>\nEin umfangreicher Teil des Artikels wird den Beratungsstellen gewidmet, in denen Links zu Anlaufstellen ver\u00f6ffentlicht werden.<\/p>\n<p><strong>Wie kann ich potentielle T\u00e4ter\/innen im Internet vertreiben?<\/strong><\/p>\n<p>In der Brosch\u00fcre sind verschiedene Phrasen f\u00fcr das verbale Interagieren mit den T\u00e4tern oder T\u00e4terinnen vorgeschlagen: \u201eLass mich in Ruhe!\u201c \u201eIch will das nicht!\u201c \u201eWas du da machst, ist verboten. Ich melde das der Polizei\/Ich zeige dich an!\u201c \u201eIch erz\u00e4hle weiter, was du da machst, damit du nicht andere Kinder angehen kannst.\u201c \u201eIch habe alles, was du gemacht hast, gespeichert. Ich habe Beweise!\u201c \u201eDu bist schuld! Das, was du mit mir gemacht hast, ist nicht in Ordnung.\u201c<\/p>\n<p><strong>Blockieren:<\/strong><br \/>\nCyber-Groomer sollten sofort an die Betreiber des Sozialen Netzwerks, Chats, Internet-Forums o. \u00e4. gemeldet werden, damit Konsequenzen folgen k\u00f6nnen. Gleichzeitig sollte man als Betroffene\/r die Person blockieren und alle \u201eFreunde\u201c vor ihr warnen. \u00d6ffentlichkeit wollen Cyber-Groomer auf keinen Fall, sie wollen ihren Opfern lieber in geheimen und vertraulichen Situationen nahekommen.<\/p>\n<p><strong>Beweise sichern:<\/strong><br \/>\nWenn ein Verfahren gegen einen Groomer angestrengt wird, sind Beweise notwendig. Diese in der Bel\u00e4stigungssituation zu sichern, ist wichtig. Screenshots oder das Speichern von SMS sind hier wichtige Stichw\u00f6rter.<\/p>\n<p><strong>Neues Konto anlegen:<\/strong><br \/>\nIn einem neu angelegten Profil f\u00fcgt man dann nur die \u201eFreunde\u201c hinzu, die man tats\u00e4chlich braucht, und beh\u00e4lt die Einstellungen und ver\u00f6ffentlichten Inhalte von Anfang an besser im Auge. Au\u00dferdem sollte man ab nun mit seinen pers\u00f6nlichen Informationen etwas sorgsamer umgehen.<\/p>\n<p>Der aller wichtigste Schritt ist aber die sofortige Kontaktaufnahme mit einer Vertrauensperson, die dann individuell f\u00fcr die Situation beratend zur Seite stehen kann.<\/p>\n<p>Ein weiterer Abschnitt der Brosch\u00fcre behandelt das Thema Pers\u00f6nlichkeitsst\u00e4rkung bei Sch\u00fclern und Sch\u00fclerinnen.<br \/>\nZiel ist es, den Kindern Kompetenzen zu vermitteln, um sowohl online als auch offline Gefahren zu erkennen, und in riskanten Situationen selbstst\u00e4ndig und kompetent zu handeln (=Empowerment)<\/p>\n<p><strong>Zusammenstellung von F\u00e4higkeiten, f\u00fcr Volksschulkinder (6\u201310 Jahre) f\u00fcr eine sichere und verantwortungsvolle internet- und Handynutzung:<\/strong><\/p>\n<ul>\n<li>Ich kann erkennen, was gut und was schlecht f\u00fcr mich ist, und ich wei\u00df, wie ich entsprechend handeln kann<\/li>\n<li>Ich kann meine Gef\u00fchle benennen.<\/li>\n<li>Ich bin mir meiner Erlebnisse bewusst und kann dar\u00fcber sprechen.<\/li>\n<li>Ich erkenne, wenn mir etwas Angst macht, kann es ausdr\u00fccken und Hilfe holen.<\/li>\n<li>Ich merke, wann ich Pausen brauche oder mit einer T\u00e4tigkeit (z. B. Spielen am Computer) aufh\u00f6ren muss.<\/li>\n<li>Ich darf nein sagen, wenn mir etwas nicht passt.<\/li>\n<li>Ich wei\u00df, was pers\u00f6nliche Informationen sind. Ich wei\u00df, wann, wem und wo ich pers\u00f6nliche Informationen weitergebe und wann, wem und wo nicht.<\/li>\n<li>Ich wei\u00df, was ich \u00fcber mich im Internet ver\u00f6ffentlichen kann und was nicht.<\/li>\n<li>Ich kann \u00fcber Erlebnisse mit anderen sprechen, z. B. mit meinen Eltern, Lehrer\/innen oder anderen Erwachsenen, denen ich vertraue.<\/li>\n<li>Ich wei\u00df, wann ich meine Eltern um Erlaubnis fragen muss, wenn ich etwas im Internet oder am Handy mache.<\/li>\n<li>Wenn mir etwas nicht passt oder ich etwas nicht tun m\u00f6chte, was meine Freunde machen, kann ich nein sagen und muss nicht mitmachen.<\/li>\n<li>Ich wei\u00df, wie ich und meine Freunde miteinander im Internet und \u00fcber das Handy umgehen. Ich wei\u00df, welche Regeln wir im Umgang miteinander haben.<\/li>\n<li>Ich wei\u00df, welche Fotos ich im Internet ver\u00f6ffentlichen kann und stelle keine peinlichen Bilder ins Netz. Ich wei\u00df, dass ich immer fragen muss, wenn ich jemanden fotografiere und ein Foto ver\u00f6ffentlichen m\u00f6chte.<\/li>\n<li>Ich kann Risiken benennen, die mich im Internet und mit dem Handy betreffen k\u00f6nnten.<\/li>\n<li>Ich kann Werbung im Internet und am Handy erkennen und bin mir bewusst, dass Werbung \u00fcbertreiben kann und es sich dabei nicht immer um die Wahrheit handelt.<\/li>\n<li>Ich wei\u00df, wie ich mir helfen kann, um \u201ewahr\u201c und \u201efalsch\u201c voneinander trennen zu k\u00f6nnen.<\/li>\n<li>Ich kann Websites, die f\u00fcr mein alter nicht geeignet sind, erkennen und wei\u00df, wie ich handle, wenn ich darauf sto\u00dfe.<\/li>\n<li>Ich wei\u00df, dass auch im Internet manches erlaubt, und manches verboten ist.<\/li>\n<li>Ich wei\u00df, dass ich nicht einfach alles aus dem Internet kopieren und verwenden darf, da es Urheberrechte gibt.<\/li>\n<li>Ich wei\u00df, dass ich im Internet Spuren hinterlasse und andere herausfinden k\u00f6nnen, was ich wo gemacht habe.<\/li>\n<li>Ich wei\u00df, dass ich Passw\u00f6rter so w\u00e4hlen muss, dass andere sie nicht knacken k\u00f6nnen. Ich wei\u00df, dass ich Passw\u00f6rter nicht an andere weitergeben soll.<\/li>\n<li>Ich kann erkennen, welche Folgen mein Ja oder nein haben k\u00f6nnen.<\/li>\n<\/ul>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Sehr interessant finde ich die Fallbeispiele die \u00fcber den ganzen Flyer auftauchen. Hierbei werden Alltagssituationen kurz geschildert. Diese k\u00f6nnen sehr gut als Unterrichtsbasis verwendet werden, zu denen die Sch\u00fcler und Sch\u00fclerinnen reflektieren sollen.<br \/>\nDie Zusammenstellung der Liste von F\u00e4higkeiten finde ich f\u00fcr de n Unterricht \u00e4u\u00dferst hilfreich \u2013 in Form von Aufkl\u00e4rungsgespr\u00e4chen lassen sich auf deren Grundlage die Sch\u00fcler und Sch\u00fclerinnen gut sensibilisieren.<\/p>\n<p>Die Brosch\u00fcren auf der Website sind \u00e4u\u00dferst kompetent aufgebaut, sehr \u00fcbersichtlich und auf jeden Fall brauchbar. Mir pers\u00f6nlich ist das Handout etwas zu umfangreich, eventuell h\u00e4tte der Herausgeber es ein wenig aufteilen k\u00f6nnen.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Ich entschied mich f\u00fcr den Flyer \u201eSex und Gewalt in Medien\u201c, welcher ein gro\u00dfes Spektrum an Informationen bietet. Zus\u00e4tzlich habe ich mich im Vorfeld \u00fcber dieses Thema auf der Website informiert. 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