{"id":2357,"date":"2018-07-12T15:03:33","date_gmt":"2018-07-12T13:03:33","guid":{"rendered":"http:\/\/podcampus.phwien.ac.at\/digimed\/?p=2357"},"modified":"2018-07-12T15:03:33","modified_gmt":"2018-07-12T13:03:33","slug":"mobbing-bei-kindern-praeventive-massnahmen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/digimed.phwien.ac.at\/?p=2357","title":{"rendered":"Mobbing bei Kindern &#8211; pr\u00e4ventive Ma\u00dfnahmen"},"content":{"rendered":"<p>Die Brosch\u00fcre \u201eMobbing bei Kindern und Jugendlichen \/ Pr\u00e4vention in p\u00e4dagogischen Einrichtungen\u201c, ist aufrufbar unter:<br \/>\n<a href=\"https:\/\/www.saferinternet.at\/fileadmin\/categorized\/Materialien\/KJA_Broschuere_Mobbing.pdf\">https:\/\/www.saferinternet.at\/fileadmin\/categorized\/Materialien\/KJA_Broschuere_Mobbing.pdf<\/a> (aufgerufen am 10.07.18)<\/p>\n<p>Diese Brosch\u00fcre thematisiert Mobbing, insbesondere Cybermobbing und gibt Ans\u00e4tze f\u00fcr pr\u00e4ventive Ma\u00dfnahmen um Mobbing in der Schule entgegenzuwirken. Zus\u00e4tzlich ist ein Mobbing-Leitfaden f\u00fcr Eltern und Erziehungsberechtigte enthalten.<\/p>\n<p>In den letzten Jahren vollzog sich ein dynamischer Prozess eines Medien- und Technologiewandels, welcher auch Auswirkungen auf die heute Gesellschaft hat. Von klein auf w\u00e4chst man mit einem unz\u00e4hligen medialen Angebot auf und ist tag t\u00e4glich in seinem Alltag davon umgeben. Im Gegensatz zu fr\u00fcheren Zeiten, wo Kinder meist ihre Freizeit im Freien verbracht haben, beschr\u00e4nkt sich diese nun vermehrt auf den Gebrauch von\u00a0 technischen Ger\u00e4ten.. Die Kommunikation und zwischenmenschliche Interaktion hat sich sehr ver\u00e4ndert. Dieser Wandel beg\u00fcnstigt das Auftreten von Cybbermobbing-Vorf\u00e4llen. Dadurch r\u00fcckt die Notwendigkeit der Einf\u00fchrung pr\u00e4ventiver Ma\u00dfnahmen besonders im schulischen Bereich n\u00e4her. Denn durch den ver\u00e4nderte Medienumgang in der Gesellschaft und die damit zusammenh\u00e4ngende st\u00e4ndige Pr\u00e4senz von Gewalt, hat dies zunehmend Auswirkungen im Schulalltag der Kinder und Jugendlichen zur Folge.<\/p>\n<p>Unter dem Mobbingbegriff versteht man eine konfliktbelastete Situation, bei der die betroffene Person einer direkten oder indirekten Form einer diskriminierenden Handlung oder Kommunikationsform ausgesetzt wird. Dabei ist das Opfer deutlich unterlegen und hilflos gegen\u00fcber den Attacken einer anderen oder mehreren Personen, die \u00fcber einen l\u00e4ngeren Zeitraum, mit der Intention einer Abgrenzung bzw. Aussto\u00dfes aus einer Gemeinschaft, ausgef\u00fchrt werden.<\/p>\n<p><strong><u>Folglich spricht man von Mobbing, wenn bestimmte Kriterien gegeben sind:<\/u><\/strong><strong>\u00a0 <\/strong><\/p>\n<ul>\n<li>Machtungleichgewicht \u2013 Ungleichheit der Kr\u00e4fte bzw. asymmetrisches Kr\u00e4fteverh\u00e4ltnis,<\/li>\n<li>eine oder mehrere Personenzahl \u2013 die gewaltvolle Handlung kann von einem T\u00e4ter oder von einer Gruppe ausge\u00fcbt werden,<\/li>\n<li>der Zeitraum \u2013 die Handlung hat einen Wiederholungscharakter,<\/li>\n<li>eine Sch\u00e4digungsabsicht mit der direkte oder indirekte Form,<\/li>\n<li>sowie das subjektive Empfinden des Opfers diskriminiert zu werden.<\/li>\n<\/ul>\n<p>Der Begriff des \u201eCybermobbings\u201c ist eine ausgebaute Form des Mobbings und impliziert zus\u00e4tzlich den Gebrauch von modernen Kommunikationstechnologien. Cybermobbing ist demnach Mobbing und Gewalt mittels digitaler Medien. Folglich versteht man darunter Angriffe mit einer Sch\u00e4digungsabsicht, sowie mit einem Wiederholungscharakter gegen eine Person mit dem Gebrauch von digitalen Technologien, wie im Internet (zB.: soziale Netzwerke, Facebook, Chats, Emails etc.), aber auch am Handy (WhatsApp, bel\u00e4stigende Anrufe, SMS, Handyfotos oder Videos).<\/p>\n<p>Cybermobbing ist ein Delikt und wird seit dem 1. J\u00e4nner 2016 strafrechtlich verfolgt, welches im Strafgesetzbuch \u00a7 107c StGB unter dem Titel \u201eFortgesetzte Bel\u00e4stigung im Wege einer Telekommunikation oder eines Computersystems\u201c angef\u00fchrt ist.<\/p>\n<p>Im Gegensatz zum klassischen Mobbing sind Opfer von Cybermobbing den Schikanen rund um die Uhr ausgesetzt. \u00dcber digitale Medien ist man 24 Stunden am Tag erreichbar, wodurch das Mobbing nach der Schule kein Ende findet. Somit gibt es keinen R\u00fcckzugsort f\u00fcr das Opfer, nicht einmal die eigenen vier W\u00e4nde bieten davor Schutz. Das Ausma\u00df von Cybermobbing ist verheerender als beim Mobbing, da durch das Ver\u00f6ffentlichen im Internet ein un\u00fcberschaubares Publikum erreicht wird. Binnen k\u00fcrzester Zeit, mit nur einem Klick, werden Beschimpfungen weltweit an die breite Masse verschickt. Dar\u00fcber hinaus k\u00f6nnen diese Inhalte im Nachhinein nie vollst\u00e4ndig gel\u00f6scht werden und sogar wieder an die \u00d6ffentlichkeit kommen.<\/p>\n<p>Im Unterschied zum Mobbing, nimmt der T\u00e4ter beim Cybermobbing oft eine anonyme Identit\u00e4t, durch ein falsches Profil, an. Dies senkt jegliche Hemmschwelle, denn die Reaktionen und die Betroffenheit des Opfers sind f\u00fcr den T\u00e4ter nicht ersichtlich. Durch die Anonymit\u00e4t im Internet wird teilweise die Abgrenzung der Rolle des T\u00e4ters und des Opfers schwer nachvollziehbar, denn auf Attacken folgen oft Gegenattacken, welche T\u00e4ter zu Opfern darstellen k\u00f6nnen.<\/p>\n<p>Gr\u00fcnde f\u00fcr Mobbing sind vielf\u00e4ltiger Art. \u00c4u\u00dferliche Merkmale sind nur ein Teilgrund, warum eine Person zur Zielscheibe von verschiedenen Angriffen in seinem sozialen Umfeld wird. Andere Gr\u00fcnde daf\u00fcr k\u00f6nnen u.a. Langeweile, das Abbauen von aufgestauten Aggressionen \u2013 als Entlastungsventil, Machtmissbrauch oder die Anerkennung bzw. Zugeh\u00f6rigkeit zu einer Gruppe. Man eifert einer Person mit Mobbingattacken nach, dadurch erhofft man sich einen Anstieg des eigenen Ansehens innerhalb einer Gruppe.\u00a0 Es entsteht eine Art Gruppendynamik. Man ist gefangen in einem Prozess, aus dem man sich kaum l\u00f6sen kann. Die Angst dieser Gruppe, nicht mehr zugeh\u00f6rig zu sein oder sogar selber Opfer dieser zu werden, l\u00e4sst einen aus diesem Kreislauf nicht mehr entweichen. Auch das \u00dcberspielen bzw. Abbauen von eigenen Minderwertigkeitsgef\u00fchlen z\u00e4hlt zu den Motiven, besonders wenn der T\u00e4ter selbst Mobbingattacken zum Opfer gefallen ist.<\/p>\n<p>Mobbing k\u00f6nnte verheerende Auswirkungen auf das Opfer haben. Angefangen von Konzentrationsst\u00f6rungen, einem Leistungsabfall bzw. Verlust der Lernmotivation und der Schulverweigerung, psychosomatischen Beschwerden ( zB.: \u00dcbelkeit, Kopf- und Magenschmerzen), Appetitlosigkeit und gest\u00f6rtes Essverhalten, Angstzust\u00e4nde, Schlafst\u00f6rungen und Albtr\u00e4ume, bis hin zur Isolation, psychischen Problemen, Depression und Selbstbeschuldigungen. In schlimmen F\u00e4llen f\u00fchrt Mobbing sogar zu Suizidgedanken, Suizidversuchen oder Tod durch Suizid bzw. Selbstmord.<\/p>\n<p>Eine M\u00f6glichkeit Cybermobbing entgegenzuwirken ist Pr\u00e4vention durch Aufkl\u00e4rung. \u00a0Alle Motive zur Entstehung von Mobbing haben eine Gemeinsamkeit, die fehlende Empathie. Oft k\u00f6nnen Kinder oder Jugendliche die Situation nicht nachempfinden und damit nicht einsch\u00e4tzen, welche Folgen die Beleidigungen bei ihren Opfern ausl\u00f6sen k\u00f6nnen. Genau aus diesem Grund kann nie fr\u00fch genug damit begonnen werden, Kinder f\u00fcr diese Thematik zu sensibilisieren. Kinder und Jugendliche ben\u00f6tigen in der digitalen Welt der Medien eine Einf\u00fchrung bzw. eine Aufkl\u00e4rung zum sicheren Umgang mit den neuen Medien, um gegen Gefahren und Risiken der virtuellen Welt gewappnet zu sein. Daher sollten Eltern, P\u00e4dagogen oder andere Vertrauenspersonen, wie z.B.: Schulsozialarbeiter oder Schulpsychologen, Aufkl\u00e4rungsarbeit leisten, welche Gefahren mit der Nutzung von neuen digitalen Medien einhergehen. Durch die rasante Medienentwicklung ist dies f\u00fcr manche Eltern eine Herausforderung und sie ben\u00f6tigen selber eine Orientierung beim sicheren Nutzen im Internet, um ihren Kindern einen kritischen Umgang damit zu vermitteln. Deshalb soll verst\u00e4rkt von Seiten der Schuleinrichtungen medienp\u00e4dagogische Arbeit geleistet werden, bei der man sich mit den Kindern mit der Thematik einer kritischen, reflexiven Mediennutzung auseinandersetzt. Nur wer informiert ist, kann m\u00f6gliche Angriffe und Gefahren als solche erkennen. Kinder sollen \u00fcber das Auftreten von Cybermobbing, sowie sexuellen \u00dcbergriffen aufgekl\u00e4rt werden. Kinder m\u00fcssen wissen, dass das Ver\u00f6ffentlichen von Fotos im Web mit einen Verlust der Privatsph\u00e4re einhergeht. Fotos, die einst Online gestellt wurden, verbreiten sich rasant und weltweit. Dies kann kaum r\u00fcckg\u00e4ngig gemacht werden. Die Fotos k\u00f6nnen missbr\u00e4uchlich in einem komplett anderen Zusammenhang (auch pornografisch) gebracht werden.<\/p>\n<p>F\u00fcr eine gewaltfreie Umgebung ist ein gutes soziales Klima an der Schule Voraussetzung. Dabei nehmen P\u00e4dagogen die zentrale Rolle bei der Verantwortung f\u00fcr eine positive Atmosph\u00e4re im Schulalltag ein, denn sie sind die Vorbilder f\u00fcr einen respektvollen Umgang miteinander. Gegenseitiger Respekt ist wohl der effektivste Weg, um nachhaltig gegen Mobbing pr\u00e4ventiv vorzugehen. Der P\u00e4dagoge sollte ein vertrautes Verh\u00e4ltnis zu den Kindern aufbauen, ihnen vermitteln, eine Ansprechperson bei jeglichen Problemen zu sein, sich jedem Anliegen annehmen und offen daf\u00fcr zu sein, Konfliktl\u00f6sungsm\u00f6glichkeiten gemeinsam auszuarbeiten.<\/p>\n<p>In der Brosch\u00fcre sind hierzu einige pr\u00e4ventive Ma\u00dfnahmen angef\u00fchrt wie die St\u00e4rkung der Klassengemeinschaft, aktive Pausenaufsicht, das Vorgeben von Gruppeneinteilungen, Gemeinschafts- und Rollenspiele, Partizipation erm\u00f6glichen, bei Gewalt konsequent eingreifen, einen Kummerkasten aufh\u00e4ngen und Experten einbeziehen.<\/p>\n<p>Dar\u00fcber hinaus sollte das Selbstwertgef\u00fchl der Sch\u00fcler gest\u00e4rkt werden durch einfache Strategien im Schulalltag, wie beispielsweise dem Kind Verantwortung \u00fcbertragen, Fragen nicht kritisieren und Kreativit\u00e4t f\u00f6rdern oder gelungene Schularbeiten w\u00fcrdigen und anerkennen. Schutz vor Mobbing wird durch soziale Kompetenz gew\u00e4hrleistet. Wer seine Gef\u00fchle angemessen mitteilen kann, Empathie, Selbstbehauptung, Toleranz und Kommunikationsf\u00e4higkeit besitzt, sowie angemessen mit Konflikten umgehen kann, ist weniger von Mobbing gef\u00e4hrdet. Besitzt ein Kind das Gef\u00fchl der Wertsch\u00e4tzung von Seiten der Lehrperson, kann auch besser mit Kritik umgegangen werden. Allem voran, sollten Regeln des respektvollen Umganges miteinander in der Klasse aufgestellt werden und bei Missachtung dieser m\u00fcssen die vereinbarten Konsequenzen getragen und eine Wiedergutmachen \u00fcberlegt werden.<\/p>\n<p>Diese Brosch\u00fcre gibt meiner Meinung nach einen guten Einblick zum Thema Mobbing. Weiters werden auch einige Adressen f\u00fcr externe Workshops- und Fortbildungsm\u00f6glichkeiten aufgezeigt, sowie weiterf\u00fchrende Links und Materialien zu dieser Thematik angef\u00fchrt.<\/p>\n<p>Weitere Materialien zu diesem Thema: <a href=\"https:\/\/www.saferinternet.at\/fileadmin\/categorized\/Materialien\/Mobbing_an_Schulen_Leitfaden_BMB.pdf\">https:\/\/www.saferinternet.at\/fileadmin\/categorized\/Materialien\/Mobbing_an_Schulen_Leitfaden_BMB.pdf<\/a> (10.07.18) &#8211; Mobbing an Schulen \/ Ein Leitfaden f\u00fcr die Schulgemeinschaft im Umgang mit Mobbing<\/p>\n<p>Eine weitere Rezensionen zu diesem Thema:<br \/>\n<a href=\"https:\/\/podcampus.phwien.ac.at\/digimed\/2017\/11\/17\/rezension-der-broschuere-sex-und-gewalt-in-medien\/\">https:\/\/podcampus.phwien.ac.at\/digimed\/2017\/11\/17\/rezension-der-broschuere-sex-und-gewalt-in-medien\/<\/a><br \/>\n<a href=\"https:\/\/podcampus.phwien.ac.at\/digimed\/2018\/01\/07\/mobbing-bei-kindern-und-jugendlichen\/\">https:\/\/podcampus.phwien.ac.at\/digimed\/2018\/01\/07\/mobbing-bei-kindern-und-jugendlichen\/<\/a><\/p>\n<p>Rezension verfasst von: Lidia Gorski<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die Brosch\u00fcre \u201eMobbing bei Kindern und Jugendlichen \/ Pr\u00e4vention in p\u00e4dagogischen Einrichtungen\u201c, ist aufrufbar unter: https:\/\/www.saferinternet.at\/fileadmin\/categorized\/Materialien\/KJA_Broschuere_Mobbing.pdf (aufgerufen am 10.07.18) Diese Brosch\u00fcre thematisiert Mobbing, insbesondere Cybermobbing und gibt Ans\u00e4tze f\u00fcr pr\u00e4ventive Ma\u00dfnahmen um Mobbing in der Schule entgegenzuwirken. 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