{"id":2838,"date":"2019-04-28T23:28:03","date_gmt":"2019-04-28T21:28:03","guid":{"rendered":"http:\/\/podcampus.phwien.ac.at\/digimed\/?p=2838"},"modified":"2019-04-28T23:28:03","modified_gmt":"2019-04-28T21:28:03","slug":"unter-verdacht-im-visier-der-geheimdienste","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/digimed.phwien.ac.at\/?p=2838","title":{"rendered":"Unter Verdacht \u2013 Im Visier der Geheimdienste"},"content":{"rendered":"\n<p>Der ORF geht auf Mission nach den Geheimdiensten, die in Wien im Untergrund agieren. Der folgende Blog-Eintrag gibt Aufschluss \u00fcber die Dokumentation, die auf YouTube kostenfrei angesehen werden kann.<\/p>\n\n\n\n<p>Online abrufbar unter:  <a href=\"https:\/\/www.youtube.com\/watch?v=Xdn-OAlgo5k&amp;t=605s\">Unter Verdacht &#8211; Im Visier der Geheimdienste <\/a><\/p>\n\n\n\n<p>Elektronische Ger\u00e4te wie Handy, Tablet oder Computer sind die wahren Geheimagenten in unserem t\u00e4glichen Leben. Sie speichern Daten, die f\u00fcr die weitere Nutzung des Internets von gro\u00dfer Bedeutung werden. Hinter all der Datensammlung stehen riesige Server, die wiederum von Menschenhand betrieben werden. Es l\u00e4sst sich demnach sehr wohl bejahen, dass wir unter st\u00e4ndiger Beobachtung stehen.\u00a0<\/p>\n\n\n\n<p>Geheimdienste spielen auch im Leben jedes einzelnen eine gro\u00dfe Rolle.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p>Mondial gesehen z\u00e4hlt Wien sogar zu den wichtigsten St\u00fctzpunkten der Geheimdienste.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p><em>Aber was ist \u00fcberhaupt die Aufgabe von Geheimdiensten?<\/em><\/p>\n\n\n\n<p>Wie eine Mitarbeiterin der MI5 berichtet, werden Personen unter Verdacht auf m\u00f6glichst legale und effektive Art durchleuchtet. Dies kann \u00fcber Telefonabh\u00f6rstrategien, Verwanzung des Zuhauses oder Kooperation mit Bekannten des Verd\u00e4chtigen geschehen.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p>Da menschliche Quellen jedoch rasch ersch\u00f6pft sind, greifen Geheimdienste immer \u00f6fter auf digitale Medien zur\u00fcck. Durch den Durchbruch der Telekommunikation und der globalen Vernetzung ergaben sich im letzten Jahrzehnt v\u00f6llig neue Methoden zur \u00dcberwachung \u2013 so Thomas Drake, ehemaliger Angestellter der NSA.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p><em>Wie kam es jedoch zu einem solchen Durchbruch der digitalen \u00dcberwachung?<\/em><\/p>\n\n\n\n<p>Der Grundgedanke, auf digitale Daten zur\u00fcckzugreifen und ihnen Informationen zu entnehmen, liegt in der Intention, ein funktionierendes Anti-Terror-Programm zu starten, indem Angriffe von Terrorgruppen fr\u00fch genug erkannt und gestoppt werden k\u00f6nnen. Der verheerende Anschlag am 11.09.2001 in den USA gab den Anlass, dass deutlich h\u00f6here Subventionen an die NSA, den \u00dcberwachungs-Apparat schlechthin, gingen. Ab diesem Zeitpunkt soll die Freiheit der Menschen ein St\u00fcck eingeschr\u00e4nkt werden, um dem Ziel der Sicherheit ein St\u00fcck n\u00e4her zu r\u00fccken. \u00dcbersehen wird dabei jedoch oft, dass Menschen durch direkte \u00dcberwachung automatisch zu potenziellen Verd\u00e4chtigten werden und der \u00dcberwachung nicht nur mehr rein die Funktion der Sicherung der Sicherheit zukommt \u2013 sondern ebenso der Geiselnahme der sozialen Strukturen unserer Zeit.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p>Der bekannte Kabarettist Roland D\u00fcringer begr\u00fcndet das Aufkommen von \u00dcberwachung mit einem einzigen Faktor \u2013 der Angst. Sobald Angst in einer Gesellschaft vorhanden ist, sogt man sich um ein System, sodass keine Situation eintreten kann, die die Angst berechtigt erscheinen l\u00e4sst.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p>Ebenso werden Menschen durch die digitale Kontrolle bestimmte und genau angepasste digitale Pers\u00f6nlichkeitsprofile zugeordnet, die durch die Speicherung der Daten kaum mehr abzusch\u00fctteln sind. Erscheinen diese Profile verd\u00e4chtigt, schlagen Organisationen Alarm. Unter dem Begriff \u201aFull Take\u2019 ist zu verstehen, dass alle Daten jedes einzelnen Menschen auf bestimmten Servern gespeichert werden und bei Bedarf m\u00fchelos darauf zugegriffen werden kann. Welche Informationen schlie\u00dflich innerhalb der digitalen Biografie eines einzelnen n\u00e4her betrachtet und m\u00f6glicherweise ver\u00f6ffentlicht werden, liegt in der Hand der Nachrichtendienste.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p>Durch die starke Abh\u00e4ngigkeit von digitalen Medien ist es kaum mehr m\u00f6glich, zu verhindern, \u00fcberwacht zu werden. Hat man keine automatisch negative R\u00fcckmeldung durch die Kontrolle, da die Auswirkungen der \u00dcberwachung meist nicht sp\u00fcrbar sind, findet man sich damit ab und tut nichts dagegen \u2013 man gibt seine eigene Privatsph\u00e4re ohne jeglichen Widerstand her.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p>Wissenschaftler sprechen heute davon, dass die Menschheit sich in einem digitalen Panoptikum befindet. Das Panoptikum entsprach einer ehemaligen Form der \u00dcberwachung in Gef\u00e4ngnissen im 18.Jahrhundert. Hier konnten Gef\u00e4ngnisw\u00e4rter durch einen mittleren Turm kreisf\u00f6rmig in alle Zellen mit Insassen mittels eines Scheinwerfers blicken und sie in ihrem Handeln kontrollieren. Das bedeutet f\u00fcr uns, dass wir in jedem Raum und in jeder Situation beobachtet werden, was Menschen ganz unterschiedlich aufnehmen.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p>Diese Art der Kontrollf\u00fchrung wurde durch die Abschaffung des Panoptikums annulliert, da dem Aspekt der Menschlichkeit der st\u00e4ndigen \u00dcberwachung nicht mehr zugestimmt werden konnte. Heute wehrt man sich mit den Argumenten, dass Menschen unter kontinuierlicher Kontrolle aggressiver und kranker werden. Schlussendlich kann jenes mulmige Gef\u00fchl in Paranoia m\u00fcnden, weil sich Menschen auf Schritt und Tritt verfolgt f\u00fchlen.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p>Eines der wesentlichsten Merkmale unserer Gesellschaft ist immerhin die Privatsph\u00e4re und die Intimsph\u00e4re. K\u00f6nnen diese beiden Faktoren nicht mehr eingebracht werden, droht der Demokratie und der Meinungsfreiheit ein j\u00e4hes Ende.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p>Denn wie viel Kontrolle und \u00dcberwachung vertr\u00e4gt der freie und demokratische Staat wirklich?<\/p>\n\n\n\n<p><em>In wie fern ist Wien nun in das ganze Konstrukt der \u00dcberwachung eingebunden?<\/em><\/p>\n\n\n\n<p>Man sagt, dass Wien die Insel der Spitzel und Spione sei, deren Anzahl man ca. auf 8000 Personen sch\u00e4tzt. Die gute wirtschaftliche Lage sorgt daf\u00fcr, dass sich viele internationale Organisationen in der \u00f6sterreichischen Hauptstadt angesiedelt haben, welche das Hauptaugenmerk f\u00fcr \u00dcberwachungssysteme bilden. Agenten treffen sich laut H\u00f6ren und Sagen regelm\u00e4\u00dfig in Caf\u00e9s oder kleinen Restaurants, um sich \u00fcber ihre geheimen Gesch\u00e4fte auszutauschen.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p>Ebenso macht das rechtliche Vakuum, in dem man sich aus Sicht der \u00dcberwachung und Kontrolle in \u00d6sterreich befindet, die Arbeit f\u00fcr Geheimorganisationen umso beliebter. Da mit keinen rechtlichen Konsequenzen zu rechnen ist, sobald die Spionagearbeit nicht explizit gegen den Staat \u00d6sterreich gef\u00fchrt wird, f\u00fchren Agenten hier ihre Arbeit gerne fort.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p>Ein Nachrichtendienst, wie einer in den USA, ist in \u00d6sterreich nicht vorhanden. Allerdings gibt es drei \u00e4hnliche Organisationen: das Bundesamt f\u00fcr Verfassungsschutz und Terrorismusbek\u00e4mpfung (BVT), den Auslandgeheimdienst (HNaA) und die Spionageabwehr (AbwA). Auch die NSA kann auf Wiener Boden lokalisiert werden. Es ist von einer sog. NSA-Villa in Wien zu berichten, zu der ein stark frequentiertes Glasfaserkabel erfasst wurde. Auch im ICT-Tower konnte ein B\u00fcro der NSA entdeckt werden.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Der ORF geht auf Mission nach den Geheimdiensten, die in Wien im Untergrund agieren. Der folgende Blog-Eintrag gibt Aufschluss \u00fcber die Dokumentation, die auf YouTube kostenfrei angesehen werden kann. 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