{"id":2988,"date":"2019-10-09T12:27:23","date_gmt":"2019-10-09T10:27:23","guid":{"rendered":"http:\/\/podcampus.phwien.ac.at\/digimed\/?p=2988"},"modified":"2019-10-09T12:27:23","modified_gmt":"2019-10-09T10:27:23","slug":"bildungsauftrag-kindergarten-mit-blick-in-die-zukunft","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/digimed.phwien.ac.at\/?p=2988","title":{"rendered":"\u201eBildungsauftrag &#8211; Kindergarten mit Blick in die Zukunft\u201c"},"content":{"rendered":"\n<h4 class=\"wp-block-heading\">Claudia Hejl, BA und Elisabeth Murauer, BA <\/h4>\n\n\n\n<p>Ab September 2019 gibt es in einer gro\u00dfen privaten\nelementarp\u00e4dagogischen Tr\u00e4gerorganisation 14 Modellh\u00e4user, die sich der\nMedienbildung verschrieben haben und digitale Medien in ihren Kinderg\u00e4rten\neinsetzen. Dieser Implementierung liegt ein eigens verfasstes MINT-Konzept vor,\ndass einige der Leiterinnen dieser Modellh\u00e4user nach einer dreiw\u00f6chigen\nAusbildung in Deutschland bei <a href=\"https:\/\/klax.de\/start\">Klax<\/a> verfasst\nhaben.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p>Seit den PISA-Ergebnissen der <a href=\"https:\/\/www.oecd.org\/berlin\/themen\/pisa-studie\/\">OECD<\/a> haben\nMathematik, Informatik, Naturwissenschaft und Technik (MINT) in die\nBildungspl\u00e4ne der Elementarp\u00e4dagogik Einzug gehalten.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p>Wieso aber braucht es dezidiert Medien im\nKindergarten? Medien sind allgegenw\u00e4rtig und begegnen uns im t\u00e4glichen Leben\nauf unterschiedlichste Art und Weise. Es ist der Bildungsauftrag der\nElementarp\u00e4dagogik, dem Kind eine Orientierung in der Vielfalt der\nMedienlandschaft zu geben, seine Medienkompetenz zu st\u00e4rken, ihm kreative und\nreflektierte Anwendungsm\u00f6glichkeiten zu zeigen und so Chancengerechtigkeit in\nder Bildung herzustellen sowie ein \u00fcbergeordnetes Wissen (Metakompetenz) zu\nerlangen. Schon junge Kinder sind Entdecker*innen, Techniker*innen,\nMathematiker*innen und unsere Ingenieur*innen von morgen. Aufgabe des\nKindergartens ist es, das Kind zu begleiten, seine Wahrnehmung und sein Denken\nzu schulen und ihm eine Umgebung anzubieten, in der seine Fragen ernst genommen\nwerden und es in seiner forschenden und fragenden Haltung bekr\u00e4ftigt\nwird.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Wieso stellt sich \u00fcberhaupt die Frage ob Medienbildung in der Elementarp\u00e4dagogik einer Wichtigkeit zugeschrieben werden soll?&nbsp;<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Eine Etablierung der digitalen Medienbildung in der\nElementarp\u00e4dagogik wird in Zukunft vermehrt Bedeutung zugeschrieben. Sie soll\nals Basis f\u00fcr die Schule fungieren und gilt auch als Erg\u00e4nzung und wichtiger\nTeil f\u00fcr sprachliche, kognitive und soziale Kompetenzen. Digitale Medien sind\nbereits ein fixer Bestandteil der Lebenswelt des Kindes und wird auch in den\nBildungsrahmenpl\u00e4nen bereits erw\u00e4hnt: <a href=\"https:\/\/bildung.bmbwf.gv.at\/schulen\/sb\/bildungsrahmenplan.html\">Bundesl\u00e4nder\u00fcbergreifender\nBildungsrahmenplan<\/a>&nbsp; und <a href=\"https:\/\/www.ris.bka.gv.at\/Dokumente\/Landesnormen\/LWI40004982\/Anlage_1.pdf\">Wiener\nBildungsplan<\/a> Digitalisierung ver\u00e4ndert die Lebens- und aber\nauch Berufswelt fast aller Menschen auf dieser Erde, nicht nur in den\n\u201etypischen\u201c IT-Branchen.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<h4 class=\"wp-block-heading\">Medienkompetenz nach Dieter Baacke<\/h4>\n\n\n\n<p>Bereits 1997 hat <a href=\"https:\/\/www.medienkompetenzportal-nrw.de\/grundlagen\/begriffsbestimmung.html\">Dieter\nBaacke<\/a> vier Dimensionen der Medienkompetenz definiert: Sie umfassen\nMediennutzung, Mediengestaltung, Medienkunde und Medienkritik. Diese\nDimensionen und ihre Bedeutung werden folgend kurz aus dem Blickwinkel der\nElementarp\u00e4dagogik betrachtet:<\/p>\n\n\n\n<p>Im elementarp\u00e4dagogischen Bereich beginnt das Kind\nsehr fr\u00fch mit der Mediennutzung, der ersten definierten Dimension Baackes\n(1997). Der Kindergarten stellt unterschiedliche Medien zur Verf\u00fcgung, die dem\nKind vor allem zur rezeptiven Anwendung zur Verf\u00fcgung stehen. Es handelt sich\ndabei um das Aufnehmen der angebotenen Inhalte. Das hei\u00dft, das Kind liest ein\nBuch, sieht sich am Handy oder Tablet, Videos oder Lieder an bzw. kann erste\nSpiele bedienen. Darauf aufbauend kann bereits im Kindergarten die zweite\nDimension, die Mediengestaltung stattfinden. Das Kind im vorletzten und letzten\nKindergartenjahr ist bereits in der Lage digitale Medien aktiv zu nutzen.\nGemeinsam mit P\u00e4dagog*innen besteht die M\u00f6glichkeit selbsterstellte Fotos zu\nbearbeiten, kurze Videos bzw. ein eigenes Portfolio zu erstellen.<\/p>\n\n\n\n<p>Die dritte Dimension, die Medienkunde steht dem\nKind nur begrenzt zur Verf\u00fcgung. Das Kind im Kindergartenalter verf\u00fcgt \u00fcber\nInformationen zu Medien, da diese zu dessen Lebenswelt geh\u00f6ren. Es kann erste\nProbleml\u00f6sungen finden und erste Programmierschritte mit eigenen, f\u00fcr dieses\nAlter entwickelte, &#8222;Roboter&#8220; aktiv anwenden (z.B. Bee-Bot, Dash),\njedoch ein effizientes Nutzen von Suchmaschinen ist durch die fehlende\nLesekompetenz nur schwer m\u00f6glich. Dennoch wendet das Kind im Kindergartenalter\nelektronische, digitale Ger\u00e4te (z.B. Fotoapparat, Tablet) aktiv an. Es\nwerden&nbsp; auchTagesr\u00fcckblicke mit dem &#8222;Story-Sequenzer&#8220; erstellt,\nSachgespr\u00e4che mit spezifischen Begriffen mit Hilfe der &#8222;interaktiven\nTafel&#8220; visualisiert und Arbeitsauftr\u00e4ge, zum Beispiel auf\nAktionstabletts,&nbsp; mittels &#8222;sprechenden Klammer&#8220;\n\u00fcbermittelt.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p>Die vierte Dimension, die Medienkritik sollte\nunseres Erachtens sehr fr\u00fch gelernt werden. Das Hinf\u00fchren zu Kritikf\u00e4higkeit\nfindet im Kindergartenalltag statt, wenn das einzelne Kind angehalten wird\nunterschiedliche Informationen zu hinterfragen, wie bei Streitigkeiten und so\nweiter, jedoch Medienkritik im Sinne von Baacke (1997), die Inhalte kritisch zu\nhinterfragen und zu analysieren, ist derzeit im elementarp\u00e4dagogischen Bereich\n(noch) kaum bis gar nicht vorhanden.<\/p>\n\n\n\n<h4 class=\"wp-block-heading\">Fazit<\/h4>\n\n\n\n<p>Daraus folgend kann festhalten werden, dass in der\nElementarp\u00e4dagogik im Bereich der Medienkompetenz das Kind erste Erfahrungen\nsammeln und somit gest\u00e4rkt in den Schulalltag eintreten k\u00f6nnte. Sowohl der\nKindergarten, als auch die Schule sollten bzw. m\u00fcssen das Kind in ihren\nMedienkompetenzen unterst\u00fctzen bzw. an die Kompetenzen heranf\u00fchren. Um diesen\nAnforderungen (vom passiven Mediennutzer zum aktiven, mitgestalterischen\nMedienakteur) gerecht werden zu k\u00f6nnen, braucht es unter anderem\nProfessionalisierung und Qualifizierung des Fachpersonals.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p>Stellt der Bildungsbereich die Bed\u00fcrfnisse des\nKindes in den Vordergrund wird die Lebenswelt des Kindes automatisch\nmitber\u00fccksichtigt. Dies f\u00fchrt unabdingbar, im Alltag der Elementarp\u00e4dagogik,\nzur Verankerung der Medienbildung und den dazugeh\u00f6rigen Kompetenzen. Wie schon\nerw\u00e4hnt sind einige elementarp\u00e4dagogischen Einrichtungen schon bereit f\u00fcr\ndiesen Schritt und ein Fl\u00e4chendeckendes Angebot wird in der nahen Zukunft\nfolgen. Die P\u00e4dagogik von heute kann und darf sich vor den Neuentwicklungen und\nden neuen Herausforderungen nicht verschlie\u00dfen.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Claudia Hejl, BA und Elisabeth Murauer, BA Ab September 2019 gibt es in einer gro\u00dfen privaten elementarp\u00e4dagogischen Tr\u00e4gerorganisation 14 Modellh\u00e4user, die sich der Medienbildung verschrieben haben und digitale Medien in ihren Kinderg\u00e4rten einsetzen. 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