{"id":3580,"date":"2020-01-12T18:54:54","date_gmt":"2020-01-12T16:54:54","guid":{"rendered":"http:\/\/podcampus.phwien.ac.at\/digimed\/?p=3580"},"modified":"2020-01-12T18:54:54","modified_gmt":"2020-01-12T16:54:54","slug":"das-scratch-lab-im-mumok","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/digimed.phwien.ac.at\/?p=3580","title":{"rendered":"Das Scratch Lab im mumok"},"content":{"rendered":"\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Wie man mittels kreativer Prozesse die Medienkompetenz schult<\/h2>\n\n\n\n<p>Gro\u00dfe Neugierde bestand meinerseits, wie die Verkn\u00fcpfung zwischen ausgestellten Kunstwerken und dem Erlernen von Programmierungskenntnissen erfolgt.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Ablauf<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Nach und nach trudelten am Sa, 7.12.2019, dem Tag unserer Exkursion ins \u201eScratch Lab\u201c, die Kinder aufgeregt in der Empfangshalle des mumok ein. Der erste Weg f\u00fchrte uns in eine Ausstellung zum Werk <a href=\"https:\/\/www.mumok.at\/de\/lesend\"><em>\u201e<\/em>A. S. lesend\u201c von Martha Jungwirth<\/a>. Die Meinungen und Ideen der Teilnehmerinnen zu dem Gem\u00e4lde wurden eingeholt, Benjamin gab Auskunft \u00fcber die K\u00fcnstlerin, aber auch das Werk und erarbeitete mit den Kindern verschiedene Auftragsfarben (\u00d6l-, Wasser-, Aquarellfarben etc.) (Abb.1) .<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-gallery columns-1 is-cropped wp-block-gallery-1 is-layout-flex wp-block-gallery-is-layout-flex\"><ul class=\"blocks-gallery-grid\"><li class=\"blocks-gallery-item\"><figure><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"1024\" height=\"753\" src=\"https:\/\/podcampus.phwien.ac.at\/digimed\/files\/2020\/01\/1-1-1024x753.png\" alt=\"\" data-id=\"3582\" data-full-url=\"https:\/\/podcampus.phwien.ac.at\/digimed\/files\/2020\/01\/1-1.png\" data-link=\"https:\/\/podcampus.phwien.ac.at\/digimed\/?attachment_id=3582#main\" class=\"wp-image-3582\" srcset=\"https:\/\/digimed.phwien.ac.at\/wp-content\/uploads\/2020\/01\/1-1-1024x753.png 1024w, https:\/\/digimed.phwien.ac.at\/wp-content\/uploads\/2020\/01\/1-1-300x221.png 300w, https:\/\/digimed.phwien.ac.at\/wp-content\/uploads\/2020\/01\/1-1-768x565.png 768w, https:\/\/digimed.phwien.ac.at\/wp-content\/uploads\/2020\/01\/1-1.png 1162w\" sizes=\"auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px\" \/><figcaption class=\"blocks-gallery-item__caption\"><em>Abb.1: Auftakt beim Gem\u00e4lde &#8222;A.S. lesend&#8220; von Martha Jungwirth<\/em><\/figcaption><\/figure><\/li><\/ul><\/figure>\n\n\n\n<p>Von  den Themen Farben und Licht erfolgte dann die \u00dcberleitung zum  Programmierabschnitt im Atelier. Benedikt Hochwartner regte an,  Regentropfen zu programmieren bzw. einen Punkt und eine unbeschr\u00e4nkte  Zahl an Klonen, die die Farbe beliebig wechseln. Auch die  Geschwindigkeit konnte man variieren, auf dem unteren Bildrand eine  Lache bilden lassen bevor sie verdunsten o.\u00e4. Einige Kinder \u00fcbernahmen  diese Idee in der Arbeitsphase um nach und nach mit der verwendeten  visuellen Programmiersprache \u201e<a href=\"https:\/\/scratch.mit.edu\/\">Scratch<\/a>\u201c vertraut zu werden, die in den USA eigens f\u00fcr Kinder und Jugendliche entwickelt wurde und frei zug\u00e4nglich ist:<\/p>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-media-text alignwide\" style=\"grid-template-columns:45% auto\"><figure class=\"wp-block-media-text__media\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"523\" height=\"288\" src=\"https:\/\/podcampus.phwien.ac.at\/digimed\/files\/2020\/01\/2.2.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-3589\" srcset=\"https:\/\/digimed.phwien.ac.at\/wp-content\/uploads\/2020\/01\/2.2.jpg 523w, https:\/\/digimed.phwien.ac.at\/wp-content\/uploads\/2020\/01\/2.2-300x165.jpg 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 523px) 100vw, 523px\" \/><\/figure><div class=\"wp-block-media-text__content\">\n<p class=\"has-normal-font-size\"> Der Desktop zeigt ein Programm aus drei Teilen. Links befinden sich  verschiedenfarbige Farbbl\u00f6cke, in der Mitte k\u00f6nnen diese Bl\u00f6cke zu  individuellen Programmiercodes zusammengebaut werden und rechts ist die  Ausf\u00fchrung dieser Codes ersichtlich (Abb.2).  <\/p>\n<\/div><\/div>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-media-text alignwide has-media-on-the-right\" style=\"grid-template-columns:auto 38%\"><figure class=\"wp-block-media-text__media\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"434\" height=\"288\" src=\"https:\/\/podcampus.phwien.ac.at\/digimed\/files\/2020\/01\/3.3.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-3592\" srcset=\"https:\/\/digimed.phwien.ac.at\/wp-content\/uploads\/2020\/01\/3.3.jpg 434w, https:\/\/digimed.phwien.ac.at\/wp-content\/uploads\/2020\/01\/3.3-300x199.jpg 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 434px) 100vw, 434px\" \/><\/figure><div class=\"wp-block-media-text__content\">\n<p class=\"has-normal-font-size\">Schon versiertere TeilnehmerInnen trauten sich in der Selbsterarbeitungs-phase bereits an die Umsetzung ihrer eigenen Ideen und Projekte (Abb.3). Spiele bzw. Projekte von anderen Scratch-UserInnen, die weiterentwickelt werden, sogenannte Remixes, sollen nur zuhause gespielt bzw. bearbeitet werden.<\/p>\n<\/div><\/div>\n\n\n\n<p>Der Kurs erstreckt sich \u00fcber 14 zweist\u00fcndige Einheiten pro Semester, wobei nicht zwischen Anf\u00e4ngerInnen und Fortgeschrittenen unterschieden wird und somit auch viele Kinder \u00fcber mehrere Halbjahre hinweg an dem Kurs teilnehmen. Jene TeilnehmerInnen mit soliden Scratch-Kenntnissen, die Freude an der Wissensweitergabe haben, Inhalte gut vermitteln, aber auch verantwortungsbewusst sind, wurden von Benedikt Hochwartner zu sogenannten \u201ePeer-MentorInnen\u201c ernannt (Abb.4). <\/p>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-group alignwide\"><div class=\"wp-block-group__inner-container is-layout-flow wp-block-group-is-layout-flow\">\n<div class=\"wp-block-image\"><figure class=\"aligncenter size-large\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"318\" height=\"159\" src=\"https:\/\/podcampus.phwien.ac.at\/digimed\/files\/2020\/01\/5.1-2.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-3609\" srcset=\"https:\/\/digimed.phwien.ac.at\/wp-content\/uploads\/2020\/01\/5.1-2.jpg 318w, https:\/\/digimed.phwien.ac.at\/wp-content\/uploads\/2020\/01\/5.1-2-300x150.jpg 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 318px) 100vw, 318px\" \/><\/figure><\/div>\n\n\n\n<p> Diese unterst\u00fctzen ihn w\u00e4hrend der Kurse hinsichtlich der  Wissensvermittlung und nehmen au\u00dferdem im Anschluss an den Kurs an einer  weiteren zweist\u00fcndigen Einheit teil, in denen der Leiter des digitalen  Ateliers ausschlie\u00dflich ihnen und ihren Projekten zur Verf\u00fcgung steht.  Am Tag unserer Exkursion testeten die \u201ePeer-MentorInnen\u201c eifrig und  erfreut u.a. auf ihre Anregungen hin vom MIT (Massachusetts Institute of  Technology) vorgenommene \u00c4nderungen an Scratch.  <\/p>\n<\/div><\/div>\n\n\n\n<p>Alle\nKurseinheiten schlie\u00dfen mit einer Projektpr\u00e4sentation vonseiten eines\nausgew\u00e4hlten Kindes, gezwungen wird dazu jedoch niemand. Dabei soll das eigene\nProjekt vorgestellt, \u00fcber Probleme und gefundene L\u00f6sungen gesprochen werden.\nDie anderen TeilnehmerInnen haben die M\u00f6glichkeit, Fragen zu stellen und\nkonstruktives Feedback an das pr\u00e4sentierende Kind zu richten. <\/p>\n\n\n\n<p>Die\nPausenbesch\u00e4ftigung der Peer-MentorInnen zwischen den beiden zweist\u00fcndigen\nEinheiten stand ebenfalls ganz unter dem Motto der Kunstvermittlung. Diese\nwurde n\u00e4mlich auf der \u00fcberdimensionierten H\u00fcpfburg, auf der sich riesige\nKunststoffb\u00e4lle befinden, abgehalten, die sich dank der Ausstellung <a href=\"https:\/\/www.mumok.at\/de\/events\/alfred-schmeller\">\u201eAlfred Schmeller. Das\nMuseum als Unruheherd\u201c<\/a>noch bis zum 16.02.2020 im mumok befindet.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Grundstock\ndes Vermittlungsangebots<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Benedikt\nHochwartner, dem Leiter des digitalen Ateliers, ist es ein Anliegen, den\nKindern begreifbar zu machen, dass hinter Spielen und Programmen stets Personen\nmit Ideen und Vorstellungen stehen und dabei nichts dem Zufall \u00fcberlassen wird\noder gar \u201evon selbst\u201c passiert. Er setzt die Notwendigkeit die Technik des\nProgrammierens zu beherrschen au\u00dferdem mit jener der Lese- und Schreibkompetenz\ngleich. Diese F\u00e4higkeit trage zum gr\u00f6\u00dferen Verst\u00e4ndnis von Computern und\nProgrammen bei und solle aus genau diesem Grund nicht nur den\nProgrammiererInnen vorbehalten bleiben. Die kritische Auseinandersetzung mit\nMedien(angeboten) und die Aneignung entsprechender Fertigkeiten, um in der\nkomplexen Welt bestehen und selbstst\u00e4ndig agieren zu k\u00f6nnen, stellen damit \u2013\ngemeinsam mit der Kunstvermittlung \u2013 den Grundstock des\nVermittlungsangebots dar. Sehr beeindruckende Ziele, wie ich finde.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Eigene\nMeinung<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Au\u00dferordentlich\ngut gefallen hat mir au\u00dferdem, dass die im Schulsystem oftmals im Mittelpunkt\nstehenden Kategorien \u201erichtig\u201c und \u201efalsch\u201c in den Kursen ausgeklammert werden\nbzw. vermeintliche Fehler, sogenannte \u201ebugs\u201c, nicht als Scheitern verstanden\nwerden, sondern als Chance vertiefenden Verstehens aufgegriffen werden. Auch\ndas durch Programmiersprachen wie Scratch f\u00fcr Schulen bestehende Potential in\nBezug auf Sprachf\u00f6rderung, &nbsp;f\u00e4cher\u00fcbergreifenden\nUnterricht und das Erstellen von Pr\u00e4sentationen, hat meine Neugierde geweckt.<\/p>\n\n\n\n<p>Positiv\n\u00fcberrascht hat mich au\u00dferdem die im Scratch Lab vorherrschende Feedbackkultur. Man\nmerkte, dass Benedikt Hochwartner gro\u00dfen Wert darauf legt, dass die Kinder zun\u00e4chst\nerw\u00e4hnen, was ihnen an einer Umsetzung gef\u00e4llt und erst anschlie\u00dfend \u00e4u\u00dfern,\nwas sie aus welchem Grund anders machen und wie sie das umsetzen w\u00fcrden. \u00dcberhaupt\npflegte der Leiter des digitalen Ateliers einen sehr wertsch\u00e4tzenden Umgang mit\nden Kindern. Auch die Thematisierung von M\u00f6glichkeiten zum Datenschutz war erkennbar.\nSo verwendeten die TeilnehmerInnen durchwegs Benutzernamen, die keinerlei\nR\u00fcckschl\u00fcsse auf ihre Person zulassen, wie zB. Lieblingstiere, -zahlen etc. <\/p>\n\n\n\n<p>Es\nhat mich unheimlich verz\u00fcckt, wie die TeilnehmerInnen nur so mit Fachw\u00f6rtern um\nsich schmissen, wogegen ich mich in der Hinsicht richtig \u201eungebildet\u201c f\u00fchlte. \ud83d\ude0a\nDar\u00fcber hinaus fand ich es unglaublich sch\u00f6n zu sehen, mit welchem Ehrgeiz,\nwelcher Begeisterung und welch gro\u00dfartigen Ideen die KursteilnehmerInnen bei\nder Sache waren!<\/p>\n\n\n\n<p>Alles\nin allem hatte ich den Eindruck, das Scratch Lab erm\u00f6glicht nicht nur die\nVermittlung bzw. Aneignung wesentlicher Inhalte f\u00fcr vielerlei Lebensbereiche,\nsondern auch die Verwirklichung individueller Projekte gekoppelt mit jeder Menge\nSpa\u00df.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Wie man mittels kreativer Prozesse die Medienkompetenz schult Gro\u00dfe Neugierde bestand meinerseits, wie die Verkn\u00fcpfung zwischen ausgestellten Kunstwerken und dem Erlernen von Programmierungskenntnissen erfolgt. 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