{"id":371,"date":"2014-01-18T19:16:12","date_gmt":"2014-01-18T17:16:12","guid":{"rendered":"http:\/\/podcampus.phwien.ac.at\/digimed\/?p=371"},"modified":"2014-01-18T19:16:12","modified_gmt":"2014-01-18T17:16:12","slug":"was-sind-die-ziele-der-medienpadagogik","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/digimed.phwien.ac.at\/?p=371","title":{"rendered":"Was sind die Ziele der Medienp\u00e4dagogik?"},"content":{"rendered":"<p><strong><span style=\"text-decoration: underline\">Ziele der Medienp\u00e4dagogik<\/span><\/strong><\/p>\n<p><strong><span style=\"text-decoration: underline\">\u00a0<\/span><\/strong><\/p>\n<ul>\n<li><strong>Aktive Teilhabe an Kommunikationsnetzen<\/strong><br \/>\nDemokratie erfordert die aktive Teilhabe der B\u00fcrger und B\u00fcrgerinnen. Freie digitale Informations- und Kommunikationsnetze bieten dazu weitreichende kommunikative, soziale und kreative M\u00f6glichkeiten. Neben den Chancen birgt hier die Verarbeitung personenbezogener Daten in Informations- und Kommunikationsnetzen auch Risiken und Gefahren f\u00fcr die Einzelnen.<\/li>\n<\/ul>\n<p>Medienkompetenz ist daher f\u00fcr die Teilhabe im gesellschaftlichen und b\u00fcrgerschaftlichen Leben, f\u00fcr die Wahrnehmung der Meinungsfreiheit als grundlegendes Menschenrecht eine wesentliche Voraussetzung.<br \/>\nIm Sinne einer St\u00e4rkung der Meinungs- und Wertevielfalt sollte Medienkompetenz umfassend gef\u00f6rdert werden, um analytische F\u00e4higkeiten zu entwickeln, die ein besseres Verst\u00e4ndnis von Demokratie und Meinungsfreiheit sowie die aktive Teilhabe an netzwerkbasierter, medial vermittelter Kommunikation erm\u00f6glichen.<\/p>\n<ul>\n<li><strong>Mediennutzung<br \/>\n<\/strong>Medienerziehung soll die Sch\u00fcler\/innen durch Vermittlung kritischer Einsicht in die Kommunikationsph\u00e4nomene zu einem in ihrem jeweiligen Lebensbereich m\u00f6glichen bewussten und mitbestimmenden Medienhandeln f\u00fchren. Medienhandeln setzt voraus, dass Menschen in jeder Kommunikationssituation mit Medien aktiv sind. Das bedeutet, dass sie im Rahmen der Mediennutzung ihre eigene Bedeutung in der Interaktion mit dem jeweiligen Medium aushandeln. Daher soll Medienerziehung, ausgehend von der pers\u00f6nlichen Disposition des Sch\u00fclers\/der Sch\u00fclerin unter Ber\u00fccksichtigung der sprachlichen Voraussetzungen, neben dem kognitiven auch den affektiven Bereich mit einschlie\u00dfen. Sie soll dem Sch\u00fcler\/der Sch\u00fclerin helfen, die eigenen Rollenerwartungen zu \u00fcberdenken und seine\/ihre eigenen Kommunikationsbed\u00fcrfnisse und -defizite zu erkennen.<br \/>\nDie Sch\u00fcler\/innen sollen weiters erkennen und erleben, dass Massenmedien gezielt Bed\u00fcrfnisse zu konsumorientiertem Verhalten wecken. Sie sollen erkennen, dass neue Formen der Netzwerk- und Massenkommunikation ihre M\u00f6glichkeiten zur aktiven Beteiligung am wirtschaftlichen, politischen und kulturellen Leben erweitern. Ferner sollen sie erkennen und erleben, dass die elektronischen Medien neue Formen der Mitbestimmung erm\u00f6glichen und eine Erweiterung der Handlungsr\u00e4ume er\u00f6ffnen.<\/li>\n<li><strong>Kommunikation mit und durch Medien<\/strong><br \/>\nDie Sch\u00fcler\/innen sollen durch Medienerziehung bef\u00e4higt werden, sich in einer Welt zurechtzufinden, \u00fcber die sie zum gro\u00dfen Teil durch Medien informiert werden. Es soll ihnen bewusst gemacht werden, dass die Medien betr\u00e4chtlich zu ihrer politischen Urteilsbildung beitragen. Sie sollen erkennen, dass die Expansion von Kommunikationstechniken den Menschen erh\u00f6hte Ausdrucks- und Partizipationschancen am politischen Leben durch \u201edirekte&#8220; Demokratie per Knopfdruck, bessere politische Information, bessere Information durch Beh\u00f6rden erm\u00f6glicht, gleichzeitig sollen sie aber erfahren, dass ebenso durch Kommunikationsmedien Menschen durch zunehmende Passivit\u00e4t von einer direkten Beteiligung am politischen Leben abgehalten, von politischen Konflikten abgelenkt und durch finanzkr\u00e4ftige Interessengruppen politischen Manipulationen ausgesetzt werden k\u00f6nnen. Sie sollen lernen, wie sie selbst Medien zu kritischer Urteilsbildung nutzen und dadurch ihre Handlungskompetenzen st\u00e4rken. Sie sollen erfahren, dass die Medien nicht nur als Vermittler fiktiver Welten, sondern auch in der Abbildung der Wirklichkeit eine eigene Wirklichkeit schaffen. Die Sch\u00fcler\/innen sollen erkennen, dass diese gestaltete Wirklichkeit nicht wertneutral sein kann. Sie sollen die Struktur, die Gestaltungsmittel und die Wirkungsm\u00f6glichkeiten der einzelnen Medienarten erkennen und sollen verstehen, welche Inhalte vorwiegend von welchen Medienarten vermittelt werden. Dabei soll ihnen bewusst werden, dass identische Inhalte unterschiedlich pr\u00e4sentiert werden und folglich unterschiedliche Wirkungen haben.Medienerziehung soll das Bewusstsein f\u00fcr die vielfach einseitige und klischeehafte Darstellung von sozialen und geschlechtsspezifischen Rollen durch die Medien wecken. Sch\u00fcler\/innen sollen f\u00fcr die Frage sensibilisiert werden, inwiefern die Medien den vielf\u00e4ltigen Lebensalltag (z. B. Verh\u00e4ltnis Frau \u2013 Mann, Untergebene(r) \u2013 Chef\/in, Jugendliche \u2013 \u00c4ltere) realit\u00e4tsgerecht vermitteln. Sie sollen erkennen, dass soziale und geschlechtsspezifische Rollen der Stereotypisierung unterliegen.<\/p>\n<p>K\u00f6nnen die Medien allein auch nicht unbedingt einen Wandel bez\u00fcglich der Auffassung von der Rollenverteilung in unserer Gesellschaft bewirken, so kommt ihnen dennoch eine bedeutsame Rolle in der Beeinflussung und Aufkl\u00e4rung der \u00d6ffentlichkeit zu. Indem sie bestimmte Wertvorstellungen reflektieren, tragen sie zur Aufrechterhaltung herrschender Vorstellungen bei und k\u00f6nnen gewisse Ideen, Leitbilder und Anschauungen noch verst\u00e4rken bzw. abschw\u00e4chen.<\/li>\n<li><strong>Medien als Wirtschaftsfaktor oder als Institution<\/strong><br \/>\nDie Sch\u00fcler\/innen sollen erkennen, dass wirtschaftliche, technische, gesellschaftliche und ideologische Voraussetzungen sowie unterschiedliche Organisationsformen (\u00f6ffentlich-rechtliche oder privatwirtschaftliche) ganz bestimmte Formen der Herstellung, Verteilung und auch bestimmte Kriterien zur Auswahl und Darstellung der vermittelten Inhalte bedingen. In diesem Zusammenhang kann auf die Arten der Nachrichtenbeschaffung, die Finanzierung durch Seher- und H\u00f6rergeb\u00fchren und durch Werbung sowie auf das Spannungsverh\u00e4ltnis zwischen importierten und heimischen Medienprodukten hingewiesen werden.<br \/>\nAuch die Rolle der \u00d6ffentlichkeitsarbeit (Public Relations, PR) als Partner und Informationslieferant der Medien soll behandelt werden. Public Relations stellen unter anderem den offenen, langfristigen Dialog zwischen den Gruppen der Gesellschaft (Wirtschaft, Politik, Wissenschaft, Sozialbereich, Sport usw.) und den Medien her.<br \/>\nDabei sollen Begriffe wie Unabh\u00e4ngigkeit, Objektivit\u00e4t, Glaubw\u00fcrdigkeit, Meinungsvielfalt, Manipulation usw. kritisch durchleuchtet werden.<\/li>\n<li><strong>Eigene Mediensch\u00f6pfungen<\/strong><br \/>\nIm Sinne von Handlungs- und Erfahrungslernen sollen die Sch\u00fcler\/innen im Rahmen der Medienerziehung zur Herstellung von eigenen Medienarbeiten und netzwerkbasierten Medienprojekten ermutigt werden.<br \/>\nMedienmachen allein ist jedoch \u2013 so verdienstvoll es auch f\u00fcr eine Reihe von Lernzielen sein mag \u2013 noch keine Medienerziehung. Erst wenn die praktische T\u00e4tigkeit mit einer kritischen Reflexion \u00fcber den kreativen Herstellungsprozess und das Produkt selbst gekoppelt wird, kann von einer medienp\u00e4dagogischen Arbeit gesprochen werden. Die Reflexion kann sich u.a. beziehen auf die Erfahrungen, die im sozialen Bereich gesammelt werden, auf die Produktion von Bedeutung, die die Grundlage von Medienmachen ist, u.v.m. Damit soll sichergestellt werden, dass das Medienmachen in einen bewussten Erkenntnisgewinn m\u00fcndet.<\/li>\n<\/ul>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>LG eure Videoten \ud83d\ude09<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Benjamin Schubert, Jennifer Kellner, Martin Zorzi, Raphael Zimmermann<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Ziele der Medienp\u00e4dagogik \u00a0 Aktive Teilhabe an Kommunikationsnetzen Demokratie erfordert die aktive Teilhabe der B\u00fcrger und B\u00fcrgerinnen. Freie digitale Informations- und Kommunikationsnetze bieten dazu weitreichende kommunikative, soziale und kreative M\u00f6glichkeiten. 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