Medienethik – Entwicklung von medienkritischer Haltung

Medienethik – Definition

Unter Ethik versteht man einen Teilbereich der Philosophie, der sich mit Grundlagen menschlicher Werte, Normen und Moralvorstellungen beschäftigt. Es ist die Lehre vom Umgang mit anderen Menschen und Konflikten.  

Das Wort leitet sich vom altgriechischen Wort “ethos” ab, der mit Gewohnheit und Brauch übersetzt wird.

https://wiki.sachsen.schule/gwochemnitz/index.php/Ethik

Die ethische Fragestellung richtet sich nach den Taten des Menschen, aber auch nach den Absichten und den Gründen dafür. Die Kommunkation via Medien und die Konsequenzen und weitere Folgen für eine einzelne Person oder eine Gemeinschaft wird als Medienethik bezeichnet. 

Die zentralen Aufgaben der Medienethik sind

  • zu sensibilisieren 
  • refektierende Haltung aneignen 
  • als Navigationssystem 
  • wertebasierte Kompetezen erlernen 

Das Ziel ist die Erlangung einer ethischen Digitalkompetenz. 

Warum ist Medienkompetenz in der heutigen Gesellschaft unerlässlich?

Digitalisierung und Kompetenzen im Umgang mit Medien sind heute in allen Lebensbereichen notwendig, nicht nur in der Berufswelt. Unter dem Stichwort „Industrie 4.0“ einem Begriff der eigentlich aus der Unternehmenswelt kommt, ist Digitalisierung auch im Bildungsbereich angekommen. 

Hinter diesem Begriff steht eine Strategie, mit welcher Schülerinnen und Schüler in Österreich digitale Kompetenzen erlernen sollen. Andererseits sollen Schülerinnen und Schüler lernen, sich kritisch mit digitalen Inhalten auseinanderzusetzen. Dahinter stehen eine Reihe von Kompetenzen: Medienkompetenz, Sicherheit im Netz, Wissen über Technik, Coding oder ein sicherer Umgang mit Standartprogrammen. Also einerseits ist die Notwendigkeit gegeben, sich im Sinne der Medienpädagogik an die Anforderungen der Umgebung anzupassen. Dies geht auch mit dem klassischen Bildungsideal von Humboldt einher: Dort wird Bildung als ist „die höchste und proportionierlichste Bildung der Kräfte zu einem Ganzen in der freien Wechselwirkung von Ich und Welt“ gesehen. Es besteht daher also der medienpädagogische Auftrag im Sinne der Demokratie, Kinder und Jugendliche in Gegenwart der heutigen medialen Landschaft zu kritischen Staatsbürgerinnen werden zu lassen. Durch eine umfassende Medienkompetenz kann Jugendlichen erst die Möglichkeit geboten werden zu verstehen, wie mediale Räume funktionieren, damit sie sich in weiterer Folge als aufgeklärte Akteurinnen und Akteure kritisch bewegen können. 

Seit dem Schuljahr 2018/19 ist digitale Grundbildung eine verbindliche Übung, die für alle Schulen der Sekundarstufe 1 gilt. Dabei sollen in 3-4 wochenstuden Medienkompetenzen angeeignet werden.  

Auch in der Volkschule sind digitale Kompetenzen im Lehrplan verankert. Im Vordergrund stehen die Medienbildung und der reflektierte Umgang mit dem Internet sowie ein spielerischer Zugang zu Technik und Problemlösung. 

Digitale Kompetenzen  sollten in der Volksschule vermittelt werden. 

Geeignete Themengebiete für den Unterricht:

1. Schutz der Privatsphäre

Ziel ist es die Förderung der digitalen Privatheitskompetenz.

Privatsphäre – WOZU DENN? 

Lernziel: Kinder erkennen die Wichtigkeit ihrer Privatsphäre

Wie kann denn eine Lehrperson die Wichtigkeit dieser am besten darstellen? Als Anstoß könnte diese das Handy eines Schülers und dessen Code „verlangen“. Wie fühlt sich das Kind dabei? Warum möchte es dieses nicht? Was könnten die Konsequenzen sein? Das Vorgehen soll die Kinder dazu anregen, zu überlegen, “warum ich das nicht möchte”. Was ist denn privat? Was findet man denn auf dem Handy?

Die Schüler und Schülerinnen überlegen und schreiben drei Wörter auf, die sie selbst als privat ansehen. Danach werden die Zettel für alle sichtbar auf den Boden gelegt und besprochen. 

Fragestellung: Was würde passieren, wenn das Private nicht mehr privat wäre? Beispiele von Verletzung der Privatsphäre? 

https://www.klicksafe.de/themen/medienethik/privatsphaere-und-big-data/

2. Cybermobbing und Online-Gewalt

Verletzendes Online Verhalten ist ein sehr wichtiges und sensibles Thema geworden. Durch das Internet hat sich der Raum vergrößert, in dem Personen Konflikte austragen. Cybermobbing und Shitstorms übersteigen Grenzen, die in der „realen Welt“ auf die Art nicht passieren würden. Sie widersprechen dem würdevollem Miteinander unserer Gesellschaft und bringen Personen dazu, ihre eigenen Vorstellungen schneller über Bord zu werfen. Der Ton im Internet ist oftmals viel direkter und rauer.

https://www.klicksafe.de/themen/medienethik/verletzendes-online-verhalten/

Unterrichtsvorschlag: Verletzendes Onlineverhalten: 

Lernziel: Kinder beschäftigen sich mit Gefühlen und der Verletzlichkeit des Menschen 

Aufgabenstellung: Jedes Kind schreibt auf einen Post It eine positive Nachricht über den linken Nachbarn und pickt diesen auf dessen Hinterseite auf den Pullover. Anschließend werden die Nachrichten laut vorgelesen. Wie fühlt es sich an, wenn man etwas Positives hört? 

Als Kontrast zeigt die Lehrperson danach weitere Kärtchen mit negativem Inhalt, wie z.B. “du bist hässlich” „du stinkst” etc. Wie fühlt sich das an? Würde mich diese Aussage verletzen?

Weitere Kärtchen werden von der Lehrperon verteilt, um die Kinder dazu zu bringen, zu überlegen, ob es sich um eine verletzende Nachricht handelt oder nicht. So wird eine Diskussion angeregt, da Nachrichten auch unterschiedlich wahrgenommen werden. 

Durch diese Vorgehensweise sollen Kinder dafür sensibilisert werden, dass auch Nachrichten, die im digitalen Medien verfasst, gepostet und verschickt werden, sehr verletzend sein können. Auch das Bewusstsein dafür soll geschaffen werden, dass auch im Internet verfasste Nachrichten sich genauso anfühlen, als würde man es der anderen Person ins Gesicht sagen.

Das Bundesministerium für für Bildung hat einen eigenen Kurzfilm über dieses Thema veröffentlich:

Als Leitfaden für den Umgang mit den digitalen Medien könnten Lehrpersonen „die 10 Gebote der Medienethik“ mit den Kindern erarbeiten.

Neuauflage der „10 Gebote der Digitalen Ethik“ (idw-online.de) 

Podcast:

https://medienarchiv.phwien.ac.at/ethik-und-moral-im-internet/

Blogbeitrag verfasst von Anna Gößler und Elisabeth Feldner

Quellen  

https://www.klicksafe.de/themen/medienethik/

https://www.klicksafe.de/themen/medienethik/privatsphaere-und-big-data/

https://www.klicksafe.de/themen/medienethik/verletzendes-online-verhalten/

https://wiki.sachsen.schule/gwochemnitz/index.php/Ethik

Anzeige von Editorial 1/2019: Medien und frühe Bildung (univie.ac.at) 

Neuauflage der „10 Gebote der Digitalen Ethik“ (idw-online.de) 

Medienbildung (bmbwf.gv.at) 

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