Rezension: YouTube-Videos: innovativ-traditionelle Textsorten für den Sprachunterricht

Rezension von Vivian Teichmann

Autorin: Elke Höfler

Link: http://www.medienimpulse.at/articles/view/991?navi=1

Datum: 23.02.2017

Wie der Titel schon vermuten lässt, schreibt Elke Höfler in ihrem Fachartikel über die Bedeutung, den Wert und den Nutzen von YouTube-Videos für Kinder und Jugendliche und für die Schule. Sie möchte den LeserInnen greifbar machen, inwiefern You-Tube Videos für den Sprachunterricht in der Schule relevant sind und ihre notwendige Berechtigung im schulischen Kontext haben.

Dabei führt sie die JIM-Studie als aussagekräftige Quelle für das multimediale Nutzungsverhalten von Kindern und Jugendlichen zwischen 12 und 19 Jahren an. Diese präsentiert Youtube als wohl beliebtestes Webangebot dieser Altersgruppe und wird von 61 % der Jugendlichen mehrmals wöchentlich verwendet. Der Grund für diesen hohen Prozentsatz liegt in der hohen Usability, hochwertige Qualität und hohes Ansehen des Videoportals bei SchülerInnen. Ein Feature, was dieses Portal besonders reizvoll wirken lässt, ist die Möglichkeit neben Videos bloß passiv zu konsumieren, auch selbst produzieren und hochladen zu können. Wer ein eigenes Nutzungskonto besitzt, hat zudem die Gelegenheit, Inhalte zu kommentieren und somit mit der Web-Community zu kommunizieren. Im Blickpunkt der Arbeit mit YouTube Videos in der Schule stehen aktuelle YouTube Stars, die die Jugendlichen laufend unterhalten,  und durch die Face-to face Kommunikation mit ihren Zusehern diesen besonders authentisch gegenübertreten.

Ziel der Auseinandersetzung mit diesen Videos der Stars soll laut Elke Höfler sein, SchülerInnen zunächst darüber aufzuklären, dass sich YouTube Stars nicht ausschließlich an ihre Zielgruppe richten, sondern im Sinne ihres Geschäftsmodell durch Produktplatzierungen  und andere Empfehlungen im Namen bekannter Werbeagenturen handeln.

Geht es um den Sprachunterricht, leisten Youtube Videos einen immensen Beitrag zur sprachlichen Entwicklung der SuS. Durch die Analyse der Gestaltung eines solchen Videos, mit seinen sprachlichen Strukturen und themenorientierten Inhalten wird die Textkompetenz der Kinder in vielerlei Hinsicht gefördert. SchülerInnen lernen zwischen wichtigen und unwichtigen Inhalten zu unterscheiden, nehmen eine kritische Haltung durch Reflexion des im Video Gesagten ein, und bilden ihre eigene Meinung. Die Textsorten der Kritik, Rezension und des Kommentars werden mit diesen Videos umfassend abgedeckt und können für den Sprachunterricht herangezogen werden.

Zuletzt sei auf die Real-Life Talks hingewiesen, die die Autorin als didaktisch wertvolle Methode für den Gebrauch von YouTube-Videos im Unterricht schätzt. Dabei handelt es sich um Arbeitsaufträge in der Schule, die allein oder in der Gruppe erfüllt werden sollen. Das Besondere daran: SchülerInnen nehmen die Rolle von YouTube Stars ein und produzieren selbst zu einem gewählten Genre ein Video, in dem sie eine Empfehlung, ein Kommentar oder ihre Kleidersammlungen und Sonstiges präsentieren. Die Sprachkompetenz  und die medialen Erfahrungen der SuS sind gefordert, hohes Engagement und erlebnisorientierter Unterricht stehen im  Mittelpunkt des Geschehens. Durch diese Aufgabenstellung lernen Kinder kennen, wie und mit welchen Mittel die YouTube Branche und seine Stars arbeiten, um einen gewissen Effekt bei seinen Abonnenten zu erzielen. Sie Lernen am Modell „YouTube Videos“ und reflektieren zugleich den Wert der Inhalte. Ein didaktisches Konzept, das an der außerschulischen Lebenswirklichkeit der SchülerInnen anknüpft und in Bezug auf die Entwicklung ihrer Sprach- sowie Medienkompetenz zweckdienlich ist.

Persönliche Meinung

Ich erachte diesen Artikel als höchst interessant und relevant für den Sprachunterricht an Österreichs Schulen. Auch ich bin der Meinung, dass YouTube Stars mehr denn je, Vorbilder und wesentlichste Informationsquelle der Kinder und Jugendliche geworden ist. Die Auseinandersetzung mit dem Phänomen YouTube und deren Stars kann SchülerInnen darüber aufklären, was sie denn überhaupt sehen und darüber zu diskutieren und Videos zur Analyse heranzuziehen, kann die Kinder einiges lehren. Sie tauchen ein in die Welt der YouTube Stars, von denen sie bloß das wissen, was sie in den Videos von ihnen zu hören und sehen bekommen. Ein tieferer Einblick in die gesamte YouTube Branche lässt Kinder endlich erkennen, wie normale Bürger unserer Gesellschaft durch das Hochladen von Videos mit einem Male zu Stars werden, und dass dies nicht mit einem Klick getan ist, sondern weit mehr dahinter steckt. Dass die Analyse von YouTube Videos die Textkompetenz umfassend fördern soll, bezweifle ich jedoch. YouTube Stars argumentieren, diskutieren und präsentieren themenorientierte Inhalte ihrer Zielgruppe. Diese multimediale mündliche Textkompetenz jedoch auf Papier zu transferieren, wird durch die bloße Analyse von Videos- meiner Ansicht nach- nicht ausreichend sein. Da bedarf es  einer engen Verknüpfung mit konkreten Lehrinhalten zum Verfassen von Texten. Die Überschrift des Artikels sollte meiner Meinung nach wie folgt lauten: YouTube Videos: innovativ-traditionelle Medienkompetenz für den Unterricht.

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