Was ist künstliche Intelligenz (KI)?

Künstliche Intelligenz, jeder hat schon einmal etwas davon gehört. Diese Technologie begeistert viele Menschen. Immer wieder liest oder hört man aber auch von der Gefährdung der Arbeitsplätze durch künstliche Intelligenz. Bereits ab dem Jahr 2024 werden Computer Sprachen besser übersetzen als der Mensch und im Jahr 2027 besser LKw steuern können. [1] Was ist KI und wie funktioniert künstliche Intelligenz überhaupt?

Kaplan und Haenlein definieren KI als „die Fähigkeit eines Systems, externe Daten korrekt zu interpretieren, aus diesen Daten zu lernen und diese zu nutzen, um spezifische Ziele und Aufgaben durch flexible Anpassung zu erreichen“[2]

Poole und Mackworth definieren KI als „das Feld, das die Synthese und Analyse von intelligent handelnden Datenverarbeitungseinheiten untersucht“.[3]

Nehmen wir zum besseren Verständnis das Beispiel der Datenübertragung mit „Siri“. Gesagtes muss in ein digitales Signal übersetzt werden, welches als Datensatz im Telefon gespeichert wird. Diese Daten werden über das Internet an einen leistungsfähigen Computer in der Cloud gesendet, welcher die Töne in Worte umwandelt. Die künstliche Intelligenz wandelt die Bedeutung der Wörterfolgen um. Das heißt, sie können sensorische Daten verarbeiten, müssen die richtige Bedeutung dazu herausfiltern und diese dann in einer Datenstruktur darstellen, welche wiederum digital gespeichert werden kann. Dieser Verlauf erfordert Weltkenntnisse, logisches Denken sowie Fähigkeiten zum Lernen und Anpassen. Eine Maschine könnte solche Fähigkeiten eigenständig also „autonom“ herstellen.

Autonomie im Falle der künstlichen Intelligenz bedeutet etwa, die Fähigkeit einer Maschine, selbstständig, ohne jeglicher menschlichen Bedienung, zu arbeiten.

Siri ist also eine autonome Handlungseinheit, welche versucht, gesprochene Fragen zu beantworten. Meist benötigen die gestellten Fragen „Intelligenz“ bzw. Hintergrundwissen und Argumentation sowie Kontextwissen.

Welche Eigenschaften machen etwas künstlich intelligent und handlungsfähig?

Die Handlungen einer intelligenten Handlungseinheit müssen ihren Umständen und Zielen angemessen sein. Dazu kommt, dass sie flexibel auf sich ändernde Rahmenbedingungen und sich ändernde Ziele ist, aus Erfahrungen lernt und sie mit Bezug auf ihre sensorischen und rechnerischen Rahmenbedingungen angemessene Entscheidungen treffen kann.

KI wird daher auch als „die Untersuchung von (intelligenten) Handlungseinheiten, die Vorgaben aus der Umwelt erhalten und Maßnahmen ergreifen. Jede dieser Handlungseinheiten wird durch eine Funktion implementiert, die Wahrnehmungen auf Aktionen abbildet. Wir betrachten verschiedene Möglichkeiten, diese Funktionen darzustellen, wie z.B. Produktionssysteme, reaktive Handlungseinheiten, logische Planer, neuronale Netze und entscheidungstheoretische Systeme“ (Russell und Norvig, 2010, S. viii).

Die vier Denkschulen der künstlichen Intelligenz nach Russel und Norvig:

Die Forscher der ersten Denkschule entwickeln Maschinen, die Interpretationen und Ergebnisse des menschlichen Denkens reproduzieren.

In der Forschung der zweiten Schule geht es um die Entwicklung von Maschinen, welche sich wie Menschen verhalten. Hierbei liegt der Fokus auf das Handeln der Roboter.

Die dritte Denkschule richtet ihre Aufmerksamkeit der rational handelnden Maschinen, welche stets das Richtige tun sollen.

Die vierte Schule fokussiert sich auf rational denkende Maschinen, welche stets die bestmöglichen Entscheidungen treffen sollen.

Unterschied: starker und schwacher Intelligenz

Eine schwache Intelligenz, wie z.B. Siri, welche für die Spracherkennung entwickelt wird kann ihre Schlüsse nicht auf einen anderen Bereich übertragen, da diese künstliche Intelligenz nur auf jeweils einen Bereich spezialisiert ist. [4]

Dies unterstützt den Menschen dabei, seine Ziele schneller zu erreichen. Wenn man z.B. einen Suchbegriff in Google eingibt, greift die KI auf vorherige Suchanfragen zurück und macht im Anschluss Vorschlage, welche mit hoher Wahrscheinlichkeit unseren Wünschen entsprechen. Schwache KI kommt in folgenden Anwendungsgebieten vor: Expertensysteme, Navigationssysteme, Spracherkennung, Zeichenerkennung und Korrekturvorschläge bei Suchen.

Eine starke künstliche Intelligenz hingegen kann die intellektuellen Fertigkeiten des Menschen haben und diese sogar übertreffen.  Somit könnte man sagen, starke KI sei intelligenter als der Mensch.

Noch ist unklar ob Begriffe wie Bewusstsein, Selbsterkenntnis, Empfindungsvermögen sowie Weisheit, welche mit KI assoziiert werden, miteinander zusammenhängen oder ob ein Bewusstsein überhaupt notwendig ist, um logisch Denken zu können. [5]

Künstliche Intelligenz durch „machine learning“:

Durch vorhandene Datenbestände und Algorithmen Muster können Gesetzmäßigkeiten erkannt und Lösungen entwickelt werden. Durch zahlreiche Erfahrungen entsteht künstliches Wissen. [6] Der Computer lernt anhand dieser Beispiele, ohne explizit dafür programmiert worden zu sein.

Künstliche Intelligenz durch „deep learning“:

Deep Learning verwendet neuronale Netze, welche der Software erlauben, sich selbst zu trainieren. Dadurch werden Aufgaben erledigt und Entscheidungen getroffen.

Der Unterschied zwischen „machine learning“ und „deep learning“ liegt darin, dass der Mensch bei maschinellem Lernen in die Datenanalyse und somit noch in den eigentlichen Entscheidungsprozess eingreift. [7]

Künstliche Intelligenz bekommt immer mehr an Bedeutung. Allein das Surfen im Internet ohne das Akzeptieren von Cookies ist so gut wie unmöglich. Daher ist es unerlässlich sich mit dem Thema auseinander zu setzen und zumindest zu wissen was sie kann und welche Folgen sie mit sich bringt. Nicht unbedingt ist es nur von Vorteil, wenn das eigene Kaufverhalten im Internet von KI analysiert und im Anschluss angepasste Produkte empfohlen werden. Denn wenn man einen Flug mit einem Apple-Computer bucht, kostet dieser oft mehr als derselbe Flug, welcher mit einem Windows-Gerät gekauft wurde. Daher ist man doch klar im Vorteil, wenn man sich dessen bewusst ist und weiß, dass man vor dem Kauf den eigenen Browserverlauf und Cookies löschen sollte, oder?  


[1] Menn A.: Roboter in 45 Jahren schlauer als Mensch. 2017. Abrufbar unter: https://www.wiwo.de/technologie/forschung/kuenstliche-intelligenz-roboter-in-45-jahren-schlauer-als-menschen/19879042.html (Zugriff am 25.05.2020)

[2] Kaplan, Haenlein, 2019

[3] Poole, Mackworth, 2010

[4] Vgl. Bartneck, Lütge, Wagner, Welsh (2019): Ethik in KI und Robotik. S. 1-9

[5] Vgl. Informatik und Gesellschaft 2008/2009: Schwache KI und Starke KI. o.J. Abrufbar unter: www.informatik.uni-oldenburg.de/~iug08/ki/Grundlagen_Starke_KI_vs._Schwache_KI.html (Zugriff 24.05.2020)

[6] Luber, Litzel, 2016, Was ist Machine Learning? Abrufbar unter: https://www.bigdata-insider.de/was-ist-machine-learning-a-592092/ (Zugriff 24.05.2020)

[7] Vgl. Solvistas: machine learning und deep learning. o.J. Abrufbar unter: https://www.solvistas.com/de/data-science/artificial-intelligence-machine-learning/machine-learning-und-deep-learning?gclid=CjwKCAjw2a32BRBXEiwAUcugiM9M_VoyvCFL8USpZSDIA808uL9VE_riTpY0FAPFO_EH65eoXS5ghhoC4uYQAvD_BwE (Zugriff 25.05.2020)

1 thought on “Was ist künstliche Intelligenz (KI)?”

  1. Danke für den interessanten Einblick! Ich habe mich bislang noch nie wirklich mit diesem Thema näher beschäftigt und habe durch euren Blogeintrag einige neue Dinge kennengelernt.
    Gerade in der heutigen, schnelllebigen Zeit, wo die Digitalisierung sehr rasch voranschreitet, wird das Thema der künstlichen Intelligenz immer häufiger und vermehrt auftreten.
    Ich glaube wird sollten uns aus diesem Grund auf jeden Fall näher mit dem Thema beschäftigen und ausloten, welche persönlichen Vorteile ich aus der Digitalisierung ziehen kann.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert