Exkursion Happylab Wien

Jan Voß

Happy Lab Wien

23.4.2014

Eindrücke

Das Wiener Fablab Happylab liegt unweit der Donau in der Haussteinstraße 4 im 2. Wiener Gemeindebezirk. Es wird am einfachsten mit den öffentlichen Verkehrsmitteln erreicht (U1 Vorgartenstraße).

Als Fab Lab werden Einrichtungen bezeichnet, die sich der (digitalen) Produktion von Werkstücken verschrieben haben. Was früher Tischler- und Metallarbeitswerkstätten waren, sind heute Fab Labs. Werkstücke werden am Computer designed und anschließend additiv (bspw. 3D-Druck) oder subtraktiv (bspw. CNC-Fräse) hergestellt.

Im Wiener Happylab, das neben dem Metablab in der Rathausstraße 6 m.W. das einzige Wiener Fab Lab ist, finden sich verschiedene Geräte zur digitalen Produktion. Insbesondere interessant, weil nicht ohne weiteres in Schule oder Heim integrierbar (Kosten- und Raumfaktor) sind hier der Lasercutter die beiden 3D-Drucker, der Schneidplotter und die CNC-Fräse. Weiters finden sich dort auch noch verschiedene Elektronikarbeitsplätze (Lötarbeitsplätze).

Jeden Mittwoch abend (19-22 Uhr) finden im Happylab Führungen ohne Anmeldung statt, für Mitglieder (ab einem Monatsbeitrag von € 5) ist das Happylab auch sonst immer zugänglich. Allerdings ist darauf zu achten, dass bei den meisten Geräten eine Wartezeit eingeplant werden muss, da häufig Aufträge anstehen und diese z.B. bei einem 3D-Druck auch für kleinere Werkstücke mehrere Stunden in Anspruch nehmen können.

Es werden eine Reihe von Workshops für Schulen (und Privatpersonen) angeboten und das Happylab ist Teil der Dachorganisation ScienceCenter Netzwerk Österreich.

Relevanz für Medienpädagogik

Das Prinzip des Fablabs ist ein wichtiger Schritt auf der Entwicklung zu einer selbstbestimmten Lebensweise im digitalen Zeitalter der Postmoderne. Die Produktion von hoch-individualisierten Einzelstücken bietet die Möglichkeit sich der Verwertungslogik des vorherrschenden kapitalistischen Systems zu entziehen und selbst als Designer oder mindestens als Produzent tätig zu werden.

Um diese Möglichkeiten auszunutzen bedarf es natürlich einer gewissen Bildung, die m.E. im Bereich der Medienpädagogik fächerübergreifend organisiert werden sollte. Schnittpunkte ergeben sich hier insbesondere mit den Fächern Textiles und Technisches Werken, sowie Bildnerische Erziehung. Genauso wie der Umgang mit einer Säge und einem Hammer erlernt werden muss, muss auch die digitale Produktion verstanden und gemeistert werden. Hier sehe ich die Hauptaufgabe der Medienpädadogik in diesem Zusammenhang.

Persönliche Stellungnahme

Die Arbeit im Happylab ist spannend und durchweg angenehm. Die Örtlichkeiten sind sauber und ordentlich, die dort arbeitenden Personen stets freundlich und zuvorkommend. Alles in allem ein spannender Ort, der sicher die eine oder andere Exkursion oder Workshop wert ist!

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert